Darmpolypen

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Wissen zu Darmpolypen

Darmpolypen sind gutartige Gewebeneubildungen im Dickdarm (Kolon), die von Drüsenzellen der Schleimhaut ausgehen. Meist handelt es sich um Adenome. Sie können einzeln oder in einer größeren Anzahl auftreten, sind zunächst jedoch immer ungefährlich. Allerdings können sich im Laufe der Zeit Zellen eines Polypen verändern und sich zu Krebs entwickeln. Deshalb gelten sie als Krebsvorstufe. Das dauert jedoch durchschnittlich 15 Jahre. Ob ein Darmpolyp entartet oder nicht, ist nicht vorhersagbar. Art, Form und Größe von Polypen im Darm sind unterschiedlich. Darmpolypen sind in Bevölkerungen der Industriestaaten weit verbreitet. Ungefähr zehn Prozent der Menschen entwickeln irgendwann diese Neubildung der Schleimhaut. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. In anderen Regionen der Erde wie Afrika und Asien kommen Darmpolypen seltener vor.
Daneben gibt es eine bestimmte Form der Erkrankung mit der Bildung sehr vieler Polypen, die familiär gehäuft vorkommt. Dabei liegen von Geburt an Erbgutveränderungen in Darmschleimhautzellen vor. Diese als Polyposis (Polyposis Coli) bezeichnete Erkrankung lässt sich mit einer genetischen Untersuchung feststellen. Bei betroffenen Personen empfehlen sich entweder sehr häufige Untersuchungen des Dickdarms oder die Entfernung des Dickdarms.

Ursachen

Als Ursache der Darmpolypen gilt eine erbliche Veranlagung. Auch die Ernährung scheint eine Rolle zu spielen. Fettreiche und ballaststoffarme Ernährung sowie der hohe Konsum an Schweine- und Rindfleisch werden bei Bewohnern der Industriestaaten verantwortlich gemacht. Zudem stehen Gepökeltes und Geräuchertes als auslösender Faktor in Verdacht. Weitere Risikofaktoren sind Nikotin, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Diagnose zu Darmpolypen

Häufig werden Darmpolypen zufällig im Rahmen einer Darmspiegelung entdeckt. Betroffene haben von den Darmpolypen noch gar nichts bemerkt. Treten Beschwerden auf, was selten der Fall ist, wird zunächst der Enddarm untersucht, da hier besonders häufig Darmpolypen sitzen. Eine Stuhluntersuchung dient dem Nachweis von Blut im Stuhl, denn besonders größere Darmpolypen können bluten. Eine Darmspiegelung (Koloskopie, Rektoskopie) ermöglicht die Betrachtung der Darmschleimhaut. Während der Untersuchung können Gewebeproben entnommen und feingeweblich untersucht werden.

Symptome

Die meisten Menschen, die Darmpolypen haben, merken davon nichts. Seltener entwickeln sich Beschwerden wie:
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Stuhlunregelmäßigkeiten
  • Behinderungen der Darmentleerung
  • Darmverschluss
  • sichtbares Blut im Stuhl
  • Blutarmut (Anämie) durch Blutungen aus Polypen

Behandlung zu Darmpolypen

Eine Entfernung entdeckter Darmpolypen (Polypektomie) im Rahmen einer Darmspiegelung und anschließende feingewebliche Untersuchung ist nötig. Finden sich bereits veränderte Zellen, wird die Darmspiegelung in gewissen Zeiträumen wiederholt. So lassen sich Darmpolypen am besten aufspüren und beseitigen. Liegen bei der familiären Polyposis Coli sehr viele Darmpolypen (das können Hunderte sein) können diese nicht einzeln abgetragen werden. Möglicherweise ist dann die Entfernung des Dickdarms sinnvoll.

Prognose

Besonders große Darmpolypen neigen zur bösartigen Entartung. Auch bei Darmkrebs in der Familie ist das Risiko der Krebsentstehung erhöht. Die Entfernung der Polypen vermindert das Krebsrisiko deutlich, auch wenn nur ein geringerer Prozentsatz der Polypen entartet. Dafür liegt Darmkrebs aber in 90 Prozent der Fälle ein Darmpolyp zugrunde.

Selbsthilfe zu Darmpolypen

Personen mit erhöhtem Risiko für Darmpolypen und Darmkrebs sollten an regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, die die Gesetzliche Krankenkasse bezahlt:

  • Jährliche Stuhluntersuchungen auf verstecktes Blut sind für Frauen und Männer ab dem 50. Lebensjahr vorgesehen.
  • Ab dem Alter von 54 Jahren ist eine Darmspiegelung möglich, Personen mit erhöhtem Risiko können diese Untersuchung ab dem 35. Lebensjahr in Anspruch nehmen.

Daten/Fakten zu Darmpolypen

Jeder 20. Erwachsene in Deutschland erkrankt an Darmkrebs. 90 Prozent der Krebsfälle entwickeln sich aus Darmpolypen. Darmkrebs ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung bei Frauen und Männern.
Jährlich erkranken bis zu 71.000 Deutsche neu an Darmkrebs. Bei früher Erkennung des Darmkrebses ist die Überlebensrate hoch und beträgt innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose 85 bis 95 Prozent.

Links zu Darmpolypen

Informationen zu Darmpolypen und Darmkrebs
Broschüre der Charite Berlin
http://chi.charite.de/fileadmin/media/pdf_texte/patinfo_kolon-ca_darmzentrum.pdf

Blauer Ratgeber Darmkrebs der Deutschen Krebshilfe e. V.
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/006_darm.pdf
Autor: Hofmann, Julia21.04.2016

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