Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

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Wissen zu Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Leukämien (Blutkrebs) sind bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems. Betroffen sind meist die weißen Blutzellen (Leukozyten) beziehungsweise deren Vorläuferzellen, deren Zahl im Blut erhöht ist.
Das Blut besteht aus einer flüssigen Phase und festen Blutbestandteilen, den Blutzellen. Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) sind der Hauptbestandteil aller Blutzellen. Leukozyten gehören neben den roten Blutkörperchen und den Blutplättchen (Thrombozyten) zu den festen, zellulären Bestandteilen des Blutes. Es gibt Untergruppen von Leukozyten, die Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Leukozyten erfüllen wichtige Aufgaben der Immunabwehr. Bei der chronischen lymphatischen Leukämie vermehren sich Lymphozyten unkontrolliert und auch die Funktion der Zellen ist gestört.
Die Erkrankung wird deshalb den bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems zugerechnet. Das lymphatische System besteht aus Lymphknoten, Milz, Leber und weiterem lymphatischen Gewebe.
Die chronisch lymphatische Leukämie beginnt oft ohne Symptome. Erst im späteren Verlauf schwellen die Lymphknoten an. Betroffene sind meist im fortgeschrittenen Alter und durchschnittlich 70 Jahre alt.

Ursachen
Warum die Erkrankung entsteht, ist nicht eindeutig geklärt. Zugrunde liegen Veränderungen der Stammzellen, die zu viele und funktionsuntüchtige Lymphozyten hervorbringen. Erbliche Faktoren werden als ursächlich angenommen. Zudem können chemische Substanzen und andere Umweltfaktoren das Krankheitsrisiko erhöhen. Ein weiteres Risiko ist das Alter.

Diagnose zu Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Da die Erkrankung oft mehrere Jahre ohne Beschwerden verläuft, kommt es häufiger nach einer Blutuntersuchung aus anderen Gründen zur Diagnose. Das Blutbild ist verändert. Es finden sich vermehrt weiße Blutkörperchen und ein hoher Anteil von Lymphozyten. Besondere Laboruntersuchungen sind möglich, um bestimmte Eigenschaften der lymphatischen Zelle nachzuweisen, die bei dieser Erkrankung vorkommen. Die körperliche Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen (Sonografie), Röntgenuntersuchungen und Computertomografie (CT) dienen der Darstellung vergrößerter Lymphknoten und vergrößerter lymphatischer Organe und ermöglichen eine Aussage über die Ausdehnung der Erkrankung. Die Entnahme von Knochenmark durch eine Knochenmarkspunktion ist heutzutage weniger bedeutsam für die Diagnose.

Symptome

Beschwerden treten bei fortgeschrittener Erkrankung meist in Form von nichtschmerzhaften Lymphknotenschwellungen auf. Zudem kann es zu Beschwerden aufgrund einer Blutarmut (Anämie) kommen, denn andere Blutzellen werden durch die übermäßige Vermehrung der Lymphozyten verdrängt.

Zeichen einer Blutarmut sind:
  • Müdigkeit
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Schwäche
  • Blässe
  • Herzrasen
  • Atemnot.
Aufgrund der Verdrängung anderer Blutzellen kann die Blutungsneigung erhöht sein, ebenso die Infektneigung. Leber und Milz sind vergrößert.

Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es außerdem zu:
  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Gewichtsverlust
  • möglichen Hautveränderungen.

Behandlung zu Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Die Erkrankung wird in der Regel erst behandelt, wenn es zu Beschwerden kommt oder das Blutbild zum Handeln zwingt. Eine frühe Behandlung hat sich nicht als vorteilhaft erwiesen. Die Betroffenen können oft viele Jahre ohne Symptome leben. Nur in seltenen Ausnahmefällen ist ein rascher Behandlungsbeginn vorteilhaft. Dann könnten Chemotherapie und Immuntherapie zum Einsatz kommen.

Prognose

Die Erkrankung entwickelt sich oft sehr langsam, sodass Betroffene bis zu 20 Jahre weitgehend uneingeschränkt leben können. Allerdings sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Bei anderen Personen lässt sich die Erkrankung oft lange Zeit recht gut zurückdrängen.

Selbsthilfe zu Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Normalerweise ist es üblich, die Erkrankung genau zu beobachten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen ermöglichen die Beurteilung des Verlaufs. Gerade bei den häufig älteren Betroffenen muss die Erkrankung die Lebenserwartung nicht einschränken.

Daten/Fakten zu Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Die chronisch lymphatische Leukämie ist die in Europa die am häufigsten vorkommende Form der Leukämie. Etwa 30 bis 40 Erkrankungen treffen auf 1.000.000 Einwohner. Die Betroffenen haben das 60. Lebenjahr meist überschritten. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen.

Links zu Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Deutsche CLL Studiengruppe (DCLLSG)
Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
50924 Köln
Tel:  0221 - 478 882 20
Fax: 0221 - 478 868 86
E-Mail: cllstudie@uk-koeln.de
http://www.dcllsg.de

Kompetenznetz Maligne Lymphome e. V.
Sprecher: Prof. Dr. Michael Hallek, Köln

Zentrale des Kompetenznetzes Maligne Lymphome
Universitätsklinikum Köln (AöR)
Joseph-Stelzmann-Str. 9
50924 Köln
Tel: 0221 - 478 74 00
Fax: 0221 - 478 74 06
E-Mail: lymphome@uk-koeln.de
http://www.lymphome.de
Autor: Hofmann, Julia12.04.2016

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