Cholera

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Wissen zu Cholera

Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird (Vibrio cholerae) und gehört zu den Durchfallerkrankungen. Damit es zu einer Infektion kommt, ist eine große Zahl an Vibrionen nötig. Deshalb ist die Übertragung von Mensch zu Mensch eher selten. Die Übertragung geschieht in aller Regel durch fäkal-verunreinigtes Trinkwasser in Ballungsgebieten oder Slums, in denen die Trinkwasserhygiene und Abwasserentsorgung sehr schlecht ist. Zu den Cholera-Verbreitungsgebieten gehören vor allem Indien und andere Länder Südostasiens sowie weite Teile Mittel- und Südamerikas und Mittel- und Südwestafrikas.
In Russland ist die Cholera ebenfalls weit verbreitet. Menschen mit geschwächtem Immunsystem (durch HIV-Infektion, Organtransplantation oder Mangelernährung) haben naturgemäß eine höhere Anfälligkeit für Cholera. Der Begriff Cholera leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie „Gallenbrechdurchfall“. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen) beträgt wenige Stunden bis fünf Tage. Cholera ist eine meldepflichtige Erkrankung und muss in speziellen Infektionsabteilungen behandelt werden, damit eine ausreichende Quarantäne gewährleistet wird.

Diagnose zu Cholera

Im Akutstadium kann ein direkter Erregernachweis durch das Mikroskopieren einer Stuhlprobe erfolgen. Zusätzlich kann eine Stuhlkultur angelegt werden, um zu sehen, ob auf einem Nährboden, der mit Stuhl des Betroffenen beimpft ist, Vibrionen wachsen. Die Bakterien können auch in Erbrochenem oder Darmsekret (Duodenalsaft) festgestellt werden. In der Regel sind die Symptome eindeutig. In manchen Fällen kann die Cholera im Anfangsstadium mit Durchfallerkrankungen wie Salmonellose oder Shigellose und Lebensmittelvergiftungen durch andere Bakterien und Viren verwechselt werden. Die vollständigen Laborergebnisse sollten jedoch nicht abgewartet werden. Die Cholera muss sofort behandelt werden!

Symptome

Die Symptome werden durch die Schädigung der Darmwand ausgelöst. Die Vibrionen heften sich bei der Magen-Darm-Passage an die Darmschleimhautzellen an und produzieren ein Gift, das Choleratoxin. Dieses schädigt die Darmwand so sehr, dass es zu einem großem Wasser- und Elektrolytverlust kommt (bis zu 20 Liter Flüssigkeitsverlust pro Tag sind in schweren Fällen möglich).

Die typischen Warnhinweise sind:

  • wässriger Durchfall, auch „Reiswasserdurchfall“ genannt
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen.

Durch den Flüssigkeits- und Salzverlust (Elektrolytverlust) entstehen weitere Beschwerden und Komplikationen:

  • Muskelkrämpfe
  • Austrocknung (Dehydratation)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Kreislaufversagen
  • im weiteren Verlauf Nierenversagen.

Behandlung zu Cholera

Die Therapie der Cholera besteht in erster Linie in ausreichender Flüssigkeits- und Salzzufuhr mit Elektrolyt- und Glucose-Infusionslösungen oder Trinklösungen. Die Therapie muss isoliert im Krankenhaus und unter Kreislaufüberwachung erfolgen. Zusätzlich kann ein Antibiotikum gegeben werden, das unter Umständen die Krankheitsdauer verkürzt.

Prognose

Bei sofortiger Behandlung ist die Prognose sehr gut. Die Cholera lässt sich im Allgemeinen gut behandeln. Problematisch sind Epidemien in Entwicklungsländern, denn unbehandelt endet die Krankheit in zwei Drittel aller Fälle tödlich. Gründe für großflächige Ansteckungen sind Mangelernährung, schlechte Hygienebedingungen und Mangel an medizinischer Versorgung. Wichtig zu wissen ist, dass eine einmalig durchgemachte Infektion nicht vor erneuter Ansteckung schützt.

Selbsthilfe zu Cholera

Die wichtigste Maßnahme auf Reisen in Cholera-Verbreitungsgebieten ist eine ausreichende Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. Zum Beispiel sollte Wasser immer abgekocht und auf ungekochte Nahrungsmittel verzichtet werden. Es gibt die Möglichkeit, sich gegen Cholera impfen zu lassen. Die Impfung verringert die Gefahr einer Erkrankung, sicheren Schutz kann sie jedoch auch nicht gewährleisten.

Links zu Cholera

Robert-Koch-Institut
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/C/Cholera/Cholera.html
http://www.gesundheitsamt.de/alle/seuche/infekt/bakt/chol/sg.htm
Autor: Krack, Vanessa11.04.2016

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