Chikungunya-Fieber

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Wissen zu Chikungunya-Fieber

Das Chikungunya-Fieber ist eine durch Viren übertragene Infektionskrankheit. Sie gehört zur Gruppe der viralen hämorrhagischen Fieber (blutige Fieber), wobei Blutungen im Prinzip überhaupt nicht vorkommen. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel auch das Gelbfieber, Ebola, das Lassa-Fieber und Rückfallfieber. In Deutschland kommt die Erkrankung vor, wenn sie von Reisenden mitgebracht wird, wobei die tatsächliche Zahl der bisher aufgetretenen Fälle nicht bekannt ist, da die Erkrankung bei sehr mildem Verlauf häufig gar nicht erkannt wird. Im Allgemeinen gehört die Krankheit zu den eher unbekannten Tropenkrankheiten.
Das Virus wird durch Steckmücken der Gattung Aedes (Tigermücken) übertragen. Es gehört zur Gruppe der Alphaviren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich. Auch die Gefahr einer Verbreitung der Krankheit durch heimische Mücken in unseren Breitengraden besteht nicht, da die Klimabedingungen für das Virus zu ungünstig sind. In sehr heißen Sommermonaten kann die Erkrankung in Südeuropa vorkommen. Im Jahr 2007 gab es viele Krankheitsfälle in Italien. Wirte für das Virus sind Affen und Nagetiere.
Am häufigsten kommt das Chikungunya-Fieber in Südostasien sowie in Ländern Afrikas, die südlich der Sahara liegen, vor. Im Jahr 1952 ist die Erkrankung erstmals in Tansania und Uganda beobachtet worden. Der Begriff Chikungunya leitet sich aus dem Kisuaheli ab und bedeutet sinngemäß der Gekrümmte - was auf die verkrampfte Körperhaltung durch schwere Gelenkschmerzen zurückzuführen ist, die typisch für diese Infektionskrankheit sind. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen) beträgt in der Regel zwei bis acht Tage (maximal zwölf Tage). Das Chikungunya-Fieber ist eine meldepflichtige Erkrankung.

Diagnose zu Chikungunya-Fieber

Die Diagnose lässt sich durch einen Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut stellen. Das funktioniert am besten in den ersten drei bis fünf Krankheitstagen. Allerdings ist ein solcher Test nicht zwangsläufig notwendig, da er keinen Einfluss auf die Therapie hat. Die Blutuntersuchung wird nur in wenigen Labors in Deutschland routinemäßig durchgeführt.

Symptome

Das Beschwerdebild gleicht sehr dem des Dengue-Fiebers.

Sehr typisch für das Chikungunya-Fieber sind:
  • Hohes Fieber mit Schüttelfrost
  • Plötzliches Auftreten von sehr starken Gelenkschmerzen
  • Hohe Berührungsempfindlichkeit

Weiterhin:
Meistens verschwinden Fieber und Gelenkbeschwerden nach wenigen Tagen bis zwei Wochen wieder und es verbleiben keine Schäden. In manchen Fällen kommt es zu einem zweiten Fieberschub - damit einhergehend bildet sich ein Hautausschlag und die kleinen Gelenke beginnen zu schmerzen. Bei schweren Verläufen können die Gelenkschmerzen viele Monate lang anhalten. Komplikationen wie Leberentzündung, Herzentzündung, Hirnhautentzündung (Meningitis) sind sehr selten.

Behandlung zu Chikungunya-Fieber

Ein Medikament gegen das Chikungunya-Fieber gibt es nicht, die Therapie bezieht sich nur auf die Symptome. Es können fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente eingenommen werden. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei sehr hohem Fieber ist zu achten. Es ist jedoch unbedingt erforderlich, dass andere Krankheiten, die dem Chikungunya-Fieber in ihren Anfangsstadien ähneln können, ausgeschlossen werden (Malaria, Lassa-Fieber, Ebola). Auch an Gelbfieber, Dengue-Fieber oder sogar die Frühsommer-Meningoenzephalitits (FSME) sollte gedacht werden, da diese Infektionskrankheiten auch durch die Tigermücke übertragen werden können.

Prognose

Die Erkrankung heilt meist nach wenigen Tagen bis höchstens zwei Wochen ohne Folgeschäden aus. Schwere Verläufe mit anhaltenden Muskel- und Gelenkschmerzen sind selten. Die Gelenkbeschwerden können gelegentlich wiederkommen. Dabei stehen Gelenkschwellungen und Gelenksteife im Vordergrund.

Selbsthilfe zu Chikungunya-Fieber

Die beste Möglichkeit, eine Infektion zu vermeiden, besteht in ausreichendem Mückenschutz. Dazu können Moskitonetze und Mückenspray verwendet werden (Vorsicht: natürliche Sprays sind meist unwirksam!). Außerdem sollte die Kleidung lange Ärmel und Hosenbeine haben, wobei Moskitos auch durch den Stoff hindurchstechen können. Deshalb sind Fenstergitter und Moskitonetze über dem Schlafbereich effektiver. Falls vorhanden, kann die Klimaanlage helfen, denn die Mücken meiden meist kühle Räume. Zelte müssen mit Insektiziden imprägniert werden. Bei Fieber und grippeähnlichen Symptomen nach einem Tropenaufenthalt ist ein Arztbesuch immer empfehlenswert.

Daten/Fakten zu Chikungunya-Fieber

Im Jahr 2007 kam es zum ersten Mal in Europa zum Ausbruch des Chikungunya-Fiebers – in Italien soll die Krankheit durch einen Reiserückkehrer aus Indien übertragen worden sein. Dabei wurden etwa 200 Krankheitsfälle gemeldet.

Links zu Chikungunya-Fieber

Bei Interesse oder Wunsch nach weiteren Informationen über Tropenkrankheiten kann die Web-Seite des Robert-Koch-Institutes (RKI) helfen. Dort gibt es Informationen zu den einzelnen Krankheiten und deren Verbreitung nach aktuellem Stand. Als pdf-Datei gibt es auf der RKI-Seite auch einen Steckbrief über seltene, nach Deutschland importierte Infektionskrankheiten.

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 030 - 187 540
Fax: 030 - 187 542 328
http://www.rki.de


Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e. V.
Info Service
Postfach 40 04 66
80704 München
Tel: 089 - 218 038 30
Fax: 089 - 336 038
E-Mail: dtg@lrz.uni-muenchen.de
http://www.dtg.org
Länderinformationen: http://www.dtg.org/laender

Auswärtiges Amt
Länder- und Reiseinformationen
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Tel: 030 - 500 00
Fax: 030 - 500 034 02
http://www.auswaertiges-amt.de

Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int

http://www.fit-for-travel.de

http://www.crm.de

http://www.muecken.org
Autor: Krack, Vanessa05.04.2016

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