Borreliose bei Baby und Kind

WissenDiagnoseBehandlung

Wissen zu Borreliose bei Baby und Kind

Die Bakteriengattung Borrelien gliedert sich in mehrere Arten, wobei Borrelia recurrentis und Borellia duttonii beim Menschen das sogenannte Rückfallfieber verursachen.

  • Borrelia recurrentis wird durch die Kleiderlaus auf Menschen übertragen und kommt heute noch in Äthiopien, Vorderasien und Südamerika vor sowie in Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern.
  • Borrelia duttonii wird von der Lederzecke auf den Menschen übertragen und ist noch in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten und in Zentralamerika verbreitet.
Beim Rückfallfieber beträgt die Inkubationszeit circa fünf bis sieben Tage (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit). Es kommt zu einem akuten Fieberanstieg auf über 40 Grad mit Milz- und Leberschwellung sowie Nierenbeteiligung mit Blut im Urin. Diese Fieberattacken halten zwei bis sieben Tage an und kehren nach mehrwöchiger Fieberfreiheit in immer größer werdenden Abständen wieder.
Diese Erkrankung ist jedoch in Europa so selten, dass an dieser Stelle eine dritte Erregerart genannt sei (Borrelia durgdorferi), die für das Krankheitsbild Borreliose ("Lyme disease") verantwortlich ist.

Nach einer Infektion über einen Zeckenbiss durchläuft die Erkrankung mehrere Stadien:
  • Stadium I: An der Zeckenbissstelle entsteht eine erhabene Rötung, die sich über Wochen in alle Richtungen ausbreitet und nach Ablassen des Zentrums die typische Ringform ausbildet (Wanderröte). Nach mehreren Wochen kann die Erkrankung mit Verbreitung der Borrelien im Körper übergehen in das:
  • Stadium II: Es kommt zu Fieber mit allgemeinem Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit, meist Lymphknotenschwellungen sowie Nerven- und Hirnhautentzündung. Typisch ist die sogenannte Meningoradikulitis Bannwarth, die starke und besonders nächtliche Schmerzen verursacht, die mit einem Bandscheibenvorfall verwechselt werden können. Der Befall von Hirnnerven zeigt sich am ehesten durch eine einseitige Gesichtsnervenlähmung Fazialisparese. Es kann auch zu Sehstörungen kommen. Es kann sich eine Entzündung des Herzmuskels bis hin zur Herzmuskelschwäche entwickeln. Hinzu kommen oft Gelenkschmerzen. Eine seltene, aber typische Erkrankung dieses Stadiums ist der gutartige Lymphozytentumor, bei dem häufig am Kopf und insbesondere an den Ohren rot-violette, verdickte und berührungsempfindliche Flecken auftreten. Die Erkrankung häuft sich zwischen dem fünften und zehnten Lebensjahr und neigt zum wiederholten Auftreten. Im Zuge dessen kann sie vereinzelt in eine bösartige Tumorerkrankung (Lymphosarkom) übergehen. Das zweite Stadium kann bis zu fünf Monate andauern.
  • Stadium III: Das häufigste Symptom sind wiederkehrende Gelenkentzündungen, die 10-15 Jahre andauern können. Weitere Symptome sind Muskelentzündungen und Knochenschmerzen. Seltener kommt es zu anhaltenden Entzündungen der Hirnhäute und des Rückenmarkes (chronische Enzephalomyelitis). Eine weitere Spätfolge ist die Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer. Dabei handelt es sich um unscharf begrenzte Rötungen auf geschwollener Haut insbesondere der Hände und Füße, die über Wochen schrumpft und an Substanz verliert.

Diagnose zu Borreliose bei Baby und Kind

Die Borreliose weist im Frühstadium ein charakteristisches Erscheinungsbild auf:
Wird eine unklare runde, gegebenenfalls ringförmige Rötung bemerkt, sollte medizinischer Rat in Anspruch genommen werden, der die Diagnose durch eine Blutentnahme sichern kann. Darin werden sich im Falle einer Infektion Antikörper gegen Borrelien nachweisen lassen. Der vorausgegangene Zeckenbiss muss nicht zwangsläufig bemerkt worden sein.

Behandlung zu Borreliose bei Baby und Kind

Die Borreliose wird mit Antibiotika behandelt, wobei für die Hautveränderungen Tetrazykline zum Einsatz kommen. Entzündungen des zentralen, Hirn und Rückenmark betreffenden Nervensystems und innere Organe werden mit Penicillin behandelt. Mit einer sieben- bis zehntätigen Therapie kann die Erkrankung ausheilen. Sollte allerdings bereits ein fortgeschrittenes Stadium vorliegen, kann die Therapie langwieriger sein. Vorbeugend sollte ein Zeckenbiss vermieden werden. Dies kann am ehesten durch die Kinderhaut bedeckende Kleidung an Armen und Beinen geschehen, die jeweils an Händen und Füßen fest abschließt. Zecken werden am ehesten beim Aufenthalt im Freien, beispielsweise Wiesen, "eingefangen". Sie fallen in aller Regel nicht von den Bäumen, wie oft behauptet wird.
Autor: Schmitt, Sabine04.04.2016

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: