Blutarmut (Anämie) durch Folsäuremangel

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Wissen zu Blutarmut (Anämie) durch Folsäuremangel

Müdigkeit, Schwäche, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühle – das können Symptome für eine Blutarmut sein. Unter Blutarmut oder Anämie versteht man einen Mangel an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und an roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die Hauptaufgabe der roten Blutkörperchen ist der Transport von Sauerstoff aus der Lunge zu den Organen und von Kohlendioxid zurück zur Lunge. Hämoglobin ist ein Protein in den roten Blutkörperchen, das den Sauerstoff bindet und dort wieder abgibt, wo er gebraucht wird. Bei einer Anämie kann das Blut durch den Mangel an diesem Protein nicht ausreichend Sauerstoff zu den Organen transportieren. Der Körper versucht das damit auszugleichen, dass er die Herzfrequenz erhöht und gerät dadurch schneller an seine Belastungsgrenzen.

Entstehung

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Blutarmut. Sie kann angeboren oder erworben sein.

Erworbene Anämien können auftreten:
  • als Folge von erhöhtem Blutverlust (zum Beispiel durch Verletzungen oder Menstruation)
  • als Folge anderer Erkrankungen (zum Beispiel Blutarmut bei Nierenschwäche) oder
  • durch Mangelerscheinungen. Eine Mangelerscheinung, die zu Blutarmut führen kann, ist die Unterversorgung mit dem Vitamin Folsäure.
Weitere Formen der Anämie durch Mangelerscheinungen sind Blutarmut durch Eisenmangel (Eisenmangelanämie)| Blutarmut durch Eisenmangel und Blutarmut durch Vitamin-B12-Mangel.

Folsäuremangel

Folsäure gehört zum Vitamin-B-Komplex und kann vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden, sondern wird über die Nahrung aufgenommen. Folsäure wird für die Zellteilung benötigt. Da rote Blutkörperchen nur eine Lebensdauer von 100 bis 120 Tagen haben und sich daher häufig teilen müssen, macht sich hier ein Mangel schnell bemerkbar.

Ein Mangel an Folsäure kann verschiedene Gründe haben:
  • einseitige Ernährung
  • Folge von Erkrankungen des Dünndarms oder der Leber und Krankheiten, die die Nahrungsaufnahme verschlechtern (z.B. Glutenintoleranz/Sprue/Zöliakie)
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • die Einnahme bestimmter Medikamente (Antibaby-Pille, Antibiotika, Antimalaria-Mittel, Zytostatika, Antiepileptika) verschlechtert die Aufnahme von Folsäure
  • in der Pubertät sowie bei schwangeren und stillenden Frauen und bei Dialysebehandlungen ist der Bedarf natürlich erhöht.

Diagnose zu Blutarmut (Anämie) durch Folsäuremangel

Eine Anämie lässt sich anhand von Laboruntersuchungen des Blutes nachweisen. Da die Ursachen für Blutarmut sehr vielfältig sein können und die Herangehensweise entsprechend unterschiedlich, ist die genaue Diagnose sehr wichtig. Zum Nachweis einer Blutarmut durch Folsäuremangel wird der Behandler zunächst ein Blutbild machen. Das Blutbild gibt Auskunft über die Zahl und Größe der roten Blutkörperchen und die Konzentration des Hämoglobins. Das Ergebnis sagt aus, ob eine Anämie vorliegt und grenzt bestimmte Ursachen ein. Wenn die roten Blutkörperchen vergrößert sind, können Folsäuremangel, Vitamin-B-12-Mangel oder auch bestimmte Knochenmarkserkrankungen die Ursache sein. Für eine weitere Abklärung wird der Gehalt an Folsäure im Blut bestimmt.

Symptome

  • Müdigkeit
  • Blässe der Haut oder der Schleimhäute
  • rote, glatt aussehende Zunge
  • Atemnot
  • Herzklopfen, erhöhter Puls
  • Schwindel
  • Ohrensausen
  • Konzentrationsschwäche
  • Verdauungsstörungen
  • Durchfall
  • Magendruck
  • verschlechterter Geschmackssinn.

Behandlung zu Blutarmut (Anämie) durch Folsäuremangel

Die Behandlung einer Anämie durch Folsäuremangel richtet sich nach der Ursache. Oft liegt eine falsche Ernährung zugrunde. Durch eine Umstellung des Speiseplans und die zusätzliche Gabe von Folsäurepräparaten kann der Folsäurespiegel wieder normalisiert werden. Ist erhöhter Alkoholkonsum der Grund, sollte dieser zusätzlich eingeschränkt oder aufgegeben werden.


Prognose

Eine Blutarmut durch Folsäuremangel lässt sich gut behandeln, wenn der Folsäuremangel beziehungsweise die Ursachen dafür beseitigt werden. Eine Überdosierung von synthetischer Folsäure sollte vermieden werden, da dadurch ein Vitamin-B12-Mangel unerkannt bleiben kann.

Selbsthilfe zu Blutarmut (Anämie) durch Folsäuremangel

Eine Anämie sollte immer vom Arzt diagnostiziert und nicht auf eigene Faust behandelt werden, da je nach Ursache der Blutarmut bestimmte Behandlungen sogar schädlich sein können. Sie können aber einem Folsäuremangel sehr gut selbst vorbeugen. Die wichtigste Rolle spielt dabei eine ausgewogene Ernährung. Besonders viel Folsäure enthalten Kalbs- und Geflügelleber, Hefe, Weizenkeime und Weizenkleie, außerdem Bohnen, grünes Gemüse, Haferflocken, Pilze, Leber, Hefe und Spargel. Folsäure ist licht-, hitze- und wasserempfindlich. Vermeiden Sie darum zu lange Lagerzeiten von Lebensmitteln und wässern und kochen Sie sie nicht zu lange. Achten Sie besonders auf ausreichende Zufuhr von Folsäure (gegebenenfalls auch durch entsprechende Präparate aus der Apotheke oder Drogerie) bei erhöhtem Bedarf in der Schwangerschaft und während der Stillzeit sowie in der Pubertät.

Daten/Fakten zu Blutarmut (Anämie) durch Folsäuremangel

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Aufnahme von 400 Mikrogramm (= 0,4 mg) Folsäure. Bei Frauen in der Schwangerschaft und stillenden Müttern werden 800 Mikrogramm (= 0,8 mg) empfohlen. Der Mensch kann etwa 12 mg bis 15 mg Folsäure im Körper speichern, das entspricht einem Vorrat für maximal drei bis vier Monate. Folsäuremangel führt in Deutschland jährlich bei 800 Neugeborenen zu vermeidbaren Fehlbildungen. Sie leiden an Neuralrohrerkrankungen wie Spina bifida (Spaltwirbel, offener Rücken) oder Anenzephalie (Hirnschädigung).

Links zu Blutarmut (Anämie) durch Folsäuremangel

Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit
Berner Str. 111 b
60437 Frankfurt am Main
Tel: 069 – 950 905 61
E-Mail: info@ak-folsaeure.de
http://www.ak-folsaeure.de
Autor: Volkner, Angela24.03.2016

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