Blinddarmentzündung bei Baby und Kind

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Wissen zu Blinddarmentzündung bei Baby und Kind

Bei der Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist ein kleiner Teil des Dickdarms, nämlich der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) entzündet. Der Blinddarm befindet sich im Anfangsteil des Dickdarms meist im rechten Unterbauch. Er ist ein blind endender Fortsatz von wurmartiger Gestalt. Die Größe variiert im Bereich weniger Zentimeter bis 20 Zentimeter. Die Lage des Wurmfortsatzes kann verschieden sein, was bei Entzündungen zu Fehldiagnosen führen kann. Die Blinddarmentzündung ist häufig, sie kommt bei sieben bis zwölf Prozent der Bevölkerung vor. Betroffen sind oftmals Kinder und Jugendliche. Der Häufigkeitsgipfel liegt im Alter zwischen 10 und 30 Jahren. Aber auch ältere Erwachsene können erkranken. Erkrankungen im Alter unter zwei Jahren sind selten. Der Beginn der Erkrankung ist häufiger akut und klassisch, jedoch gibt es auch viele atypische Verläufe. Diese erschweren besonders bei kleinen Kindern die Diagnose. Bei rechtzeitiger Behandlung, die häufig in einer Operation besteht, sind keine Komplikationen zu erwarten.

Ursachen

Die Entzündung des Wurmfortsatzes kann verschiedene Ursachen haben:
  • Verstopfung des Wurmfortsatzes mit Stauung: Kotsteine, Fremdkörper oder Obstkerne
  • Infektionen mit Würmern und Bakterien
  • Entzündungen im Rahmen entzündlicher Darmerkrankungen.

Diagnose zu Blinddarmentzündung bei Baby und Kind

Da kleine Kinder häufig bei den verschiedensten Erkrankungen und in verschiedenen Situationen Bauchschmerzen entwickeln, ist die Diagnose bei ihnen oft schwierig. Bauchschmerzen mit begleitenden Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Denn Blinddarmentzündungen bei Kindern können schnell zu schweren Krankheitsbildern und Komplikationen führen. Der Arzt untersucht in einer körperlichen Untersuchung den Bauch. Möglicherweise löst der Druck auf bestimmte Punkte des Bauches Schmerzen aus. Dabei handelt es sich um typische Schmerzpunkte bei der Blinddarmentzündung. Die Messung der Körpertemperatur sowie eine Blutuntersuchung können weitere Hinweise auf eine Blinddarmentzündung liefern. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) kann den Verdacht erhärten, im Zweifel kann eine Diagnose aber auch erst bei der Operation gestellt werden.

Symptome

Zur medizinischen Behandlung führen sollten bei Babys und kleinen Kindern Bauchschmerzen mit:
  • Berührungsempfindlichkeit am Bauch
  • Schonhaltung mit Humpeln und Anziehen der Beine im Liegen
  • Appetitlosigkeit, Trinkschwäche
  • Erbrechen
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Stuhlunregelmäßigkeiten
Die Schmerzen können zunächst im Bereich des Bauchnabels lokalisiert sein und Stunden später in den rechten Unterbauch wandern. Sie können aber auch diffuser sein oder an anderer Stelle auftreten. Zudem können sie wieder verschwinden, um später erneut aufzutreten.

Behandlung zu Blinddarmentzündung bei Baby und Kind

Aufgrund der Gefahr eines Darmdurchbruchs (Darmperforation) sollte die Operation rasch durchgeführt werden. Je früher die Diagnose gestellt werden kann, desto unwahrscheinlicher kommt es zu gefährlichen Komplikationen. Grundsätzlich sind eine offene Operation und eine minimal invasive Operation mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich. Die laparoskopische Operation ist besonders schonend, da keine größeren Wundränder verheilen müssen. Nach der Operation kann meist nach einem Tag mit dem Nahrungsaufbau begonnen werden.


Prognose

Nach der Operation erholen sich Betroffene in der Regel schnell innerhalb weniger Tage. Selten kommt es nach der OP zu Nachblutungen oder Infektionen. In der Folge von Infektionen können sich Abszesse bilden. Narben und Verklebungen können zu Beschwerden führen, die möglicherweise einer erneuten Operation bedürfen. Bei Nichtbehandlung der Blinddarmentzündung besteht die Gefahr der Beschädigung der Darmwand sowie der Entwicklung einer Bauchfellentzündung (Peritonitis). Diese Darmwandperforationen sind eine gefürchtete Komplikation.

Selbsthilfe zu Blinddarmentzündung bei Baby und Kind

Plötzlich entstehende starke Bauchschmerzen, aber auch wiederkehrende Bauchschmerzen sollte man in jedem Fall zeitnah ärztlich abklären lassen. Insbesondere kleine Kinder zeigen oft keine typischen Beschwerden und reagieren auf verschiedene Erkrankungen und Umstände mit Bauchschmerzen. Häufig haben Eltern jedoch schon so ein Gefühl, dass diese Bauschmerzen anders sind als sonst üblich. Eine Vorbeugung der Blinddarmentzündung ist kaum möglich.

Daten/Fakten zu Blinddarmentzündung bei Baby und Kind

Sieben bis zwölf Prozent der Bevölkerung sind irgendwann im Leben von einer Blinddarmentzündung betroffen. Meist handelt es sich um Kinder im Alter zwischen zehn und fünfzehn Jahren. Kleinkinder unter zwei Jahren sind selten betroffen. Die Blinddarmentzündung ist der häufigste Grund für das Symptombild des akuten Bauches (akutes Abdomen) und für Notfall-Operationen.

Links zu Blinddarmentzündung bei Baby und Kind

Patienteninformation
Chirurgische Klinik und Hochschulambulanz I
Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Benjamin Franklin
Freie- und Humboldt-Universität zu Berlin
Hindenburgdamm 30
12200 Berlin
Tel: 030 - 844 525 41
Fax: 030 - 844 527 40
E-Mail: allgemeinchirurgie-cbf@charite.de
http://chi.charite.de/Blinddarmentzündung bei Baby und Kind
Autor: Hofmann, Julia24.03.2016

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