Bisswunde

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Wissen zu Bisswunde

Eine Bisswunde kann von einem Tier oder einem Menschen verursacht sein. Dabei kommt es zu Gewebeverletzungen mit Infektionsgefahr, denn im Mund oder Maul anderer Lebewesen befinden sich eine Vielzahl gefährlicher Krankheitserreger und Keime. Bei den meisten Bissen handelt sich um Hundebisse. Diese können aufgrund der unterschiedlichen Größe der Gebisse und der Kraft des Tieres sehr verschieden ausfallen. Oft handelt es sich um Risswunden und Quetschungen.
Katzen dagegen setzen mit ihren spitzen Eckzähnen eher kleinere punktförmige Verletzungen, die jedoch tief sein können und zu Entzündungen neigen. Denn in Speichel und Mundhöhle von Katzen befinden sich besonders viele Bakterien und Krankheitserreger. Menschliche Bisswunden kommen leider auch immer wieder vor und sind besonders gefährlich. Denn der Mensch ist nicht nur Träger sehr vieler Bakterien, sondern auch gefährlicher Krankheitserreger wie Hepatitis-Viren und HIV-Viren. Pferdebisse sind in der Regel Quetschwunden.
Wichtig ist eine fachgerechte medizinische Versorgung einer jeden Bisswunde, damit die Infektionsgefahr minimiert werden kann. Auch kann das Ausmaß der Verletzung vom Verwundeten oft nicht sicher beurteilt werden.

Ursachen

Bisswunden entstehen zu 80 Prozent aufgrund von Hundebissen. Betroffen sind meist Kinder, die in die Hand gebissen werden. Mit ihren Zähnen verursachen Hunde Risswunden, stichwundenähnliche Verletzungen, schlitzförmige Verwundungen, Quetschungen und oberflächlichere Hautverletzungen.

Diagnose zu Bisswunde

Bedeutsam sind Krankengeschichte und Bericht des Ereignisses, das zum Biss führte. Da sich nach Bisswunden je nach verursachendem Tier oder aber auch bei Bissen durch einen Menschen in bis zu über 50 Prozent der Fälle eine lokale Infektion entwickelt (besonders nach Katzenbissen, Bissen von Wiederkäuern und Menschen), ist die Kenntnis vorbestehender Erkrankungen oder Behandlungen wie Immunschwäche, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), immunsupressive Therapie oder Zustand nach einer Milzentfernung wichtig.
Denn diese Menschen sind besonders gefährdet für Infektionen, die sich auf den ganzen Körper ausbreiten können. Geprüft werden in der körperlichen Untersuchung die Tiefe der Wunde, begleitende Verletzungen tiefer gelegener Strukturen wie Sehnen, Nerven, Knochen oder Gelenke sowie die Funktion des betroffenen Körperteils.
Bei Verdacht auf tiefe Mitverletzungen und abgebrochenen Zähnen im Gewebe sind möglicherweise bildgebende Diagnoseverfahren wie Röntgenuntersuchung und seltener Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) notwendig. Ein Abstrich der Wunde und eine mikrobiologische Bestimmung des Keims sind bei einer frischen noch nicht infizierten Wunde nicht sinnvoll. Zudem muss der Impfstatus geklärt werden. Bestehen Impfungen gegen Tetanus und Hepatitis? Hatte das Tier möglicherweise Tollwut?

Symptome

Es können kleine punktförmige Verletzungen oder aber ausgedehntere Riss- und Quetschungsverletzungen bestehen. Auch bei einer sehr kleinen sichtbaren Wunde können erhebliche Schmerzen vorliegen, da darunter liegende Strukturen verletzt sein können. Brüche machen sich durch Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkung bemerkbar.

Kommt es nach einiger Zeit zur Infektion, zeigt sich dies durch typische Entzündungssymptome:
  • Schmerzen
  • Rötung
  • Schwellung
  • Eiterbildung
  • Funktionsbeeinträchtigung der betroffenen Gliedmaßen.

Behandlung zu Bisswunde

Zur Reinigung der Wunde eignen sich antibakteriell wirkende Spülflüssigkeiten. Möglich ist auch die Anwendung einer physiologischen Kochsalzlösung oder einer einprozentigen Povidon-Jod-Lösung.
Bei abgestorbenem Gewebe ist eine chirurgische Wundtoilette nötig, um das tote Gewebe zu entfernen und das Wundbett zu sanieren. Je nach Größe der Wunde kann eine chirurgische Behandlung und das Nähen der Wundränder nötig sein. Dies hängt aber vom Tier, das gebissen hat und vom Ort der Wunde ab. Bei Wunden mit hohem Infektionsrisiko erhalten Betroffene oft Antibiotika. Diese sind meist über einen Zeitraum von fünf Tagen einzunehmen. Bei fehlendem Tetanus-Impfschutz erhält der Betroffene eine Impfung gegen Tetanus. Auch bei Verdacht auf Tollwut, HIV, Hepatitis und Herpes ist eine vorbeugende Behandlung nach dem Biss möglich (Postexpositionsprophylaxe).
Diese kann in einer Impfung und/oder der Einnahme von Medikamenten bestehen.
Ist es nach einem zunächst nicht infizierten Biss zu einer Infektion gekommen, ist eine Antibiotikabehandlung wichtig. Daneben kann ein Abstrich mit anschließender mikrobiologischer Bestimmung des Keimes sinnvoll sein.

Prognose

Die Prognose hängt vom Ausmaß der Verletzung, einer möglichen Infektion und dem Allgemeinzustand des Verletzten ab. Viele zunächst unscheinbar erscheinende Bisswunden, etwa durch Katzen verursacht, infizieren sich und können längere Nachbehandlungen nach sich ziehen.
Andere größere Wunden können jedoch annähernd folgenlos abheilen, sofern sie sich nicht entzünden. Um eine Infektion zu vermeiden oder frühestmöglich zu erkennen, sollte deshalb jeder Biss medizinisch abgeklärt werden.

Selbsthilfe zu Bisswunde

Ist es zu einem Biss durch ein Tier oder einen Menschen gekommen, sollte eine offene Wunde steril abgedeckt werden. Dazu eignen sich sterile Auflagen aus einem Verbandskasten. Der Behandler kann die Wunde anschließend weiter versorgen. Finden sich keine Hautverletzungen, besteht auch keine Infektionsgefahr. Dennoch sollte man die Bissstelle beobachten und auf mögliche Veränderungen wie Schwellungen achten. Beim Gang zum Arzt ist daran zu denken, den Impfpass mitzunehmen, damit dieser sich rasch einen Überblick über den Impfstatus verschaffen kann.

Daten/Fakten zu Bisswunde

Bei mindestens 80 Prozent der Bissverletzungen handelt es sich um Hundebisse. Am häufigsten werden Kinder zwischen fünf und neun Jahren gebissen. Die zweithäufigsten Bisse verursachen Katzen. Menschenbisse kommen am dritthäufigsten vor. Diese sind aber meist nicht beabsichtigt und entstehen öfter durch Schläge gegen die Zähne eines anderen Menschen. Schätzungen zufolge kommt es in Deutschland jährlich zu 40.000 Bissverletzungen.

Links zu Bisswunde

Informationen zu Bisswunden
Verein zur Förderung Freier Informationen für die Pflege e. V.
Herr David Schallopp (Vorsitzender)
Im Meldegang 7
45881 Gelsenkirchen
http://www.pflegewiki.de/wiki/Bisswunde
Autor: Hofmann, Julia22.03.2016

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