Beckenbruch

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Wissen zu Beckenbruch

Das Becken ist der verbindende Körperteil von Wirbelsäule und Beinen, welcher auch unsere Organe stützt und schützt.
Es setzt sich zusammen aus
  • den Schaufeln des Darmbeins
  • dem Schambein im vorderen und dem Sitzbein im unteren Teil sowie
  • dem im hinteren Teil anschließenden Kreuzbein, auf dem sich die Wirbelsäule stützt.
Weil alle zum Becken gehörigen Knochen quasi einen fest zusammenhängenden Kreis bilden, wird hier auch vom so genannten Beckenring gesprochen. Bei einem Beckenbruch sind Teile des knöchernen Beckenapparates gebrochen. Dabei wird ein stabiler oder instabiler Bruch unterschieden. Ist der Beckenring zusammenhängend erhalten geblieben, liegt ein stabiler Beckenbruch vor. Hier kam es dann lediglich zu einem Bruch des Scham- oder Sitzbeins oder Absprengungen der Darmbeinschaufel. Bei einem instabilen Beckenbruch sind die Knochen nicht mehr verbunden und der Beckenring unterbrochen. Weil damit auch die Gefahr der Verletzung innerer Organe besteht, ist diese Art des Beckenbruchs die weitaus gefährlichere Klasse.

Nach Pennal und Tile wird in dieser Klasse weiter unterschieden in:
  • rotationsinstabil: Der vordere Teil des Beckenrings ist gebrochen, sodass die Beckenschaufeln nach außen aufklappen (open-book-Fraktur)
  • rotations- und vertikal-instabil: Neben dem Bruch im vorderen Beckenring ist auch das Iliosakralgelenk oder das Kreuzbein gebrochen.
Am häufigsten sind stabile Brüche, speziell des Scham- und Sitzbeins. Die höchste Gefährdung, einen Beckenbruch zu erleiden, besteht für ältere Menschen. Aufgrund altersbedingter Osteoporose (Knochenschwund) sind die Knochen hier bereits geschwächt.

Ursachen

Stabile Brüche entstehen nicht selten durch Stürze, beispielsweise durch Glatteis im Winter. Instabile Brüche hingegen sind meist Folge eines Autounfalls oder eines Sturzes aus großer Höhe. Hierbei können nicht nur mehrere Knochen brechen, sondern oft auch innere Organe verletzt werden. Dies kann Gefäße, Nerven oder aber auch den Blasen- und Darmbereich betreffen.

Diagnose zu Beckenbruch

Neben Schmerzen, die beim stabilen Bruch weniger intensiv als beim instabilen Bruch sind, gibt es auch Schwellungen. Oft lassen sich sogar Beckenknochen geringfügig gegeneinander verschieben. Wurde bei einem instabilen Bruch beispielsweise auch die Blase, Harnröhre oder der Harnleiter geschädigt, lässt sich dies an blutigem Urin erkennen. Gehen ist auf jeden Fall mit einem Beckenbruch unmöglich. Ein Beckenbruch lässt sich durch vorsichtiges Abtasten diagnostizieren. Dabei lassen sich beispielsweise Brüche des Scham- oder Sitzbeins gut feststellen. Weitere Hinweise auf einen Beckenbruch geben unter Umständen auch Verfärbungen, Fehlstellungen, Blockaden im Hüftgelenk und Auffälligkeiten bei Puls- und Nervenfunktionen.
Die Röntgenuntersuchung ist die häufigste Untersuchungsmethode bei Beckenbrüchen. Die Darstellung des Bruches durch verschiedene Aufnahmewinkel ermöglicht eine genaue Beurteilung von Bruchposition und Bruchverlauf. Dies betrifft jedoch nur den knöchernen Teil der Verletzung. Um ein vollständiges Bild zu erhalten und eine Verletzung innerer Organe ausschließen zu können, erfolgen zudem Ultraschalluntersuchungen und Computertomographien oder es kommt Kontrastmittel zur Darstellung der Blase zum Einsatz.

Behandlung zu Beckenbruch

  • Stabile Beckenbrüche heilen komplikationslos und oft spontan. Es muss daher meist nicht operiert, dafür nach einigen Tagen Bettruhe aber frühestmöglich mit der Mobilisation durch einen erfahrenen Krankengymnasten begonnen werden.
  • Weitaus langwieriger ist der Heilungsprozess bei einem instabilen Beckenbruch. Zunächst muss in der Regel der Notfall versorgt  werden. Das heißt hier: Fixierung von außen mittels Beckenzange oder Fixateur, um Stabilität zu schaffen und innere Blutungen zu stoppen.
Erst nach dem Stillen der Blutungen kann das Becken zur „Reparatur“ geöffnet werden. Dann werden zur Stabilisierung des Beckenrings die losen Knochen durch Platten oder Schrauben fixiert, woran sich eine zweimonatige Bettruhe anschließt. Sobald möglich ist vorsichtig mit einer krankengymnastischen Mobilisation zu beginnen.

Prognose

Bei stabilen Beckenbrüchen ist die Prognose in der Regel gut, weil sie meist komplikationslos verlaufen. Der Heilungserfolg bei einem instabilen Bruch hängt massiv von Art und Ausmaß der begleitenden Verletzungen ab. Wenn durch instabile Brüche Nerven in Mitleidenschaft gezogen wurden, kann es zu Inkontinenz oder bei Männern zu Störungen der sexuellen Funktion kommen. Grundsätzlich kann bei einem instabilen Bruch dennoch von einem guten Heilungsverlauf ausgegangen werden. Risiken wie Wundheilstörungen, Blutungen oder Infektionen treten recht selten auf. In den meisten Fällen werden alltägliche Bewegungen und Sport künftig wieder möglich sein.

Links zu Beckenbruch

Deutscher Patienten-Verlag GmbH
Elisabeth-Breuer-Strasse 9
51065 Köln
http://www.orthopress.de/Beckenbruch
Autor: Fischer, Jana21.03.2016

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