Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

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Wissen zu Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Die Bauchspeicheldrüse ist beim Erwachsenen etwa 15 Zentimeter lang und circa 100 Gramm schwer. Sie liegt quer im Oberbauch an der hinteren Bauchwand. Der medizinische Fachbegriff für das Organ ist „Pankreas“. Die Bauchspeicheldrüse ist ein Stoffwechselorgan und produziert ein bis zwei Liter Verdauungssekret pro Tag, das in den Dünndarm abgegeben wird. Außerdem produziert die Bauchspeicheldrüse Hormone. Die wichtigsten davon sind für die Regulierung des Blutzuckers notwendig: Insulin zur Senkung des Blutzuckers und Glukagon für die Steigerung des Blutzuckers.
Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) tritt meistens am Kopfteil der Bauchspeicheldrüse auf. 95 Prozent der Tumoren gehen von den Zellen aus, die die Ausführungsgänge des Drüsenteils auskleiden, der den Bauchspeichel bildet (exokrine Tumoren). Fünf Prozent der Tumore entstammen den Insulin produzierenden langerhansschen Inselzellen (endokrine Tumoren).

Ursachen

Die Ursachen für die Entwicklung eines Pankreaskarzinoms sind noch nicht genau bekannt.
Es gibt jedoch Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöhen können:

Diagnose zu Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Symptome

Die Krebserkrankung wird meist erst spät erkannt, weil zu Beginn der Erkrankung sehr oft keine Symptome auftreten. Erst, wenn die Krebsgeschwulst durch ihre Größe die Sekretproduktion beeinträchtigt oder wenn schon andere Organe in Mitleidenschaft gezogen sind, treten Symptome deutlicher zutage:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Oberbauchbeschwerden
  • Gelbsucht
  • Rückenbeschwerden
  • Diabetes mellitus.

Diagnose

Der Behandler nimmt zunächst eine körperliche Untersuchung vor. Dazu kommen Ultraschall (Sonographie), Computer-Tomografie (CT) sowie Laboruntersuchungen zur Anwendung.
Wurde ein Tumor entdeckt, dienen weitere Verfahren dazu, ihn näher zu bestimmen:
  • Spiegelung des Magens und Zwölffingerdarms
  • endoskopische Ultraschalluntersuchung
  • endoskopische Röntgenaufnahme des Pankreasgangs und der Gallenwege (ERCP)
  • Röntgen der Lunge
  • Magnetresonanztomographie (MRT) und
  • Gewebepunktion (Biopsie).
Um eventuell vorhandene Metastasen zu entdecken, werden die Bauchhöhle gespiegelt und radiologische Diagnostikverfahren angewendet.

Behandlung zu Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Therapie

Je nach Art des Pankreaskarzinoms, der Tumorausbreitung und der Verfassung des Betroffenen kommen verschiedene Therapieformen zum Einsatz:
  • Durch eine Operation soll das Tumorgewebe und die benachbarten Lymphknoten entfernt werden.
  • Bei der Chemotherapie werden zellwachstumshemmende Medikamente gegeben, die vorhandene Tumorzellen vernichten sollen. Das Pankreaskarzinom kann nicht durch ausschließliche Anwendung der Chemotherapie geheilt werden.
  • Die zielgerichtete Therapie durch Tyrosinkinasehemmer greift gezielt in den Tumorstoffwechsel ein. Damit kann man gegen den Tumor angehen und gleichzeitig gesundes Gewebe schonen.
  • Die Strahlentherapie soll Tumorzellen durch ionisierende Strahlung abtöten. Oft wird Strahlentherapie mit Chemotherapie kombiniert.
Meist werden mehrere Behandlungsformen kombiniert.

Prognose

Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser sind die Therapiemöglichkeiten. Ist der Tumor nicht größer als zwei Zentimeter und wird er durch eine Operation komplett entfernt, überleben etwa 40 Prozent der Betroffenen das Pankreaskarzinom länger als fünf Jahre. Finden sich bereits Metastasen, sterben viele der Betroffenen innerhalb eines Jahres nach Diagnose. Nach der Operation wird regelmäßig kontrolliert, ob der Tumor wieder aufgetreten ist. Bei Verlust des Pankreaskopfes müssen Verdauungsenzyme oral zugeführt werden. Bei Entfernung des gesamten Organs muss Insulin gegeben werden. Nach einer Operation sollte eine Rehabilitation in einer besonders erfahrenen Tumornachsorgeklinik erfolgen.

Selbsthilfe zu Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Bekannte Risikofaktoren sollten vermieden werden. Dazu gehört vor allem das Rauchen. Alkohol sollte nur selten konsumiert werden. Falsche Ernährungsgewohnheiten erhöhen erheblich das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, ebenso Übergewicht. Empfohlen wird eine Ernährung mit viel Obst- und Gemüseanteil und geringem Anteil an Fleisch und Fisch.

Daten/Fakten zu Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist einer der selteneren Krebsarten. In Deutschland umfasst er etwa drei Prozent der Krebserkrankungen. Die Erkrankung tritt bei Männern im Durchschnitt mit 68 Jahren auf, bei Frauen mit 76 Jahren.

Links zu Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Ratgeber Pankreaskarzinom
Information für Betroffene und Angehörige
http://www.pankreaskarzinom.net

Ratgeber Bauchspeichelsdrüsenkrebs
Informationen für Betroffene und Angehörige
http://www.bauchspeicheldruesenkrebs.net

Arbeitskreis der Pankreasektomierten e. V. (AdP)
Haus der Krebs-Selbsthilfe
Thomas-Mann-Str. 40
53111 Bonn
Tel: 0228 - 338 89 251 oder 252
Fax: 0228 - 338 89 253
E-Mail: bgs@adp-bonn.de
http://www.adp-bonn.de

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
TiergartenTower
Straße des 17. Juni 106–108
10623 Berlin
Tel: 030 322 932 90
Fax: 030 - 322 932 966
http://www.krebsgesellschaft.de

Deutsche Krebshilfe e. V.
Beratungsdienst
Buschstraße 32
53113 Bonn
Tel: 0228 - 729 90-95 (Mo-Fr von 8-17 Uhr)
E-Mail: beratungsdienst@krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de

TEB e.V. Selbsthilfegruppe Baden-Württemberg
Tumore und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
c/o Katharina Stang
Herrschaftsweg 23
71636 Ludwigsburg
E-Mail: kontakt@teb-selbsthilfegruppe.de
http://www.teb-selbsthilfegruppe.de
Autor: Volkner, Angela21.03.2016

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