Außenknöchelbruch

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Wissen zu Außenknöchelbruch (distale Fibulafraktur)

Der Außenknöchelbruch ist ein Bruch des Sprunggelenks. Im Sprunggelenk können grundsätzlich Innenknöchel und Außenknöchel betroffen sein. Beim alleinigen Außenknöchelbruch bricht das Wadenbein (Fibula) in dem Bereich, der den Außenknöchel bildet. Man spricht auch vom unteren Fibulabruch (distale Fibulafraktur). Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Verletzung. Diese wiederum hängt davon ab, wo sich der Bruch befindet und inwieweit Gelenkkapsel und Bandstrukturen geschädigt sind.
Unkomplizierte Brüche ohne Bandverletzungen müssen oft nicht operiert werden. Daneben gibt es auch kombinierte Verletzungen von Außen- und Innenknöchel sowie zusätzliche Mitverletzungen der hinteren Schienbeinkante. Der Außenknöchelbruch wird nach Weber in die Kategorien A, B und C anhand der Höhe des Bruches eingeteilt, da sie ein Hinweis auf Mitverletzungen der Gelenkkapsel und Bandstrukturen darstellt.

Ursachen

In 80 Prozent aller Fälle des Außenbandrisses handelt es sich um eine Verletzung durch Verrenkung. Typischerweise berichten Betroffene, nach innen umgeknickt zu sein. Ursache kann auch ein Sturz oder Fehltritt auf unebenem Grund sein. Direkte Gewalteinwirkungen zum Beispiel im Rahmen sportlicher Aktivität sind selten, kommen aber vor. Das größte Verletzungsrisiko besteht bei Ballsportarten und schnellen Sportarten, bei denen starke Abbremsbewegungen vorkommen.

Diagnose zu Außenknöchelbruch (distale Fibulafraktur)

Schmerzen, Schwellung und Bluterguss deuten bereits auf eine Sprunggelenksverletzung hin. Um die Diagnose zu sichern, ist jedoch immer eine Röntgenuntersuchung des betroffenen Gelenks notwendig. Je nach Höhe des Bruches und der vermuteten Mitverletzungen von Gelenkkapsel und Gelenkbändern sind weitere bildgebende Untersuchungen wie Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT) erforderlich.

Symptome

Gewöhnlicherweise treten unmittelbar nach der Verletzung starke Schmerzen im Fußgelenk auf, die zur Belastungsunfähigkeit führen.

Typisch sind daneben:
  • Schwellung
  • Bluterguss (Hämatom)
  • mögliche Fehlstellung.
Die Ausprägung der Symptome sind von der Schwere der Verletzung abhängig. Möglicherweise entstehen auch Geräusche bei Bewegungsversuchen (Kepitation), da Knochenelemente gegeneinander reiben.

Behandlung zu Außenknöchelbruch (distale Fibulafraktur)

Bei unkomplizierten Brüchen reicht eine konservative Therapie aus. Über sechs Wochen ist eine Stabilisierung und Entlastung des Gelenks mithilfe einer Schiene mit Luftkissenpolsterung (Aircast-Schiene) ausreichend. Zusätzlich erhalten Betroffene Heparin, das das Risiko der Blutgerinnselbildung (Thrombose) senkt. Bei Mitverletzungen von sprunggelenksnahen Bändern oder der Sprunggelenkskapsel, bei verschobenen Brüchen sowie Mitverletzungen anderer knöcherner Strukturen ist eine Operation angezeigt.
Nach dem Eingriff kann ein Gipsverband für etwa sechs Wochen nötig sein. Einige Wochen nach einer Operation beginnt eine krankengymnastische Behandlung, zunächst unter Entlastung, um die Beweglichkeit des Gelenks wiederherzustellen.
Nach etwa einem Jahr müssen eingebrachte Schrauben, Platten oder anderes Material operativ entfernt werden.

Prognose

Bei einer fachgerechten Versorgung des Bruches ist auch bei komplizierteren Verletzungen mit einer Wiederherstellung der vollen Funktion des Sprunggelenks zu rechnen. Etwa acht Wochen nach der Versorgung sollten Belastungen wie Gehen, Fahrradfahren oder Schwimmen wieder möglich sein. Sportarten, die das Gelenk stark belasten, sollte man zunächst vermeiden. Sie sind aber nach einigen Monaten wieder möglich.

Selbsthilfe zu Außenknöchelbruch (distale Fibulafraktur)

Nach Verletzungen mit Schmerzen, Schwellung, Bluterguss und Funktionseinschränkung im Sprunggelenk sollten Betroffene nach dem sogenannten P.E.C.H.-Schema vorgehen:

  • P für Pausieren: Das Gelenk sollte ruhiggestellt werden
  • E für Eis: Kühlung verringert Schmerzen und Schwellung
  • C für Kompression: Ein leichter Druckverband mindert die Bildung eines Blutergusses
  • H für Hochlagerung: Das Hochlagern des Fußes wirkt Schwellungen und Blutergussbildung entgegen

Daten/Fakten zu Außenknöchelbruch (distale Fibulafraktur)

In 80 Prozent von Sprunggelenksbrüchen liegt eine Verletzung zugrunde. Das kann ein einfaches Umknicken oder ein Sportunfall sein. Etwa einer von 1.000 Personen erleidet eine Sprunggelenksverletzung. Ältere Menschen sind eher gefährdet, da Knochen und Gelenkstrukturen weniger elastisch sind.

Links zu Außenknöchelbruch (distale Fibulafraktur)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC)
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstr. 58 / 59
10117 Berlin
Tel: 030 – 847 12 131
Fax: 030 – 847 12 132
Mail: info@dgooc.de
http://www.dgooc.de
Autor: Hofmann, Julia16.03.2016

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