Allergische Haut

WissenDiagnoseBehandlungSelbsthilfeDaten/FaktenLinks

Wissen zu Allergische Haut

"Das juckt mich nicht!" Schön, wer das sagen kann. Oft gehen einem aber Dinge „unter die Haut“, man ist „dünnhäutig“, empfindlich. Diese Redewendungen beziehen sich zwar meistens auf unangenehme Ereignisse im Leben, doch sie sagen indirekt auch viel über die Haut, ihre Funktion und ihre Reaktionen aus. Die Haut ist das größte und vielseitigste Organ des Menschen. Sie umhüllt den Körper, schützt vor Umwelteinflüssen, Verletzungen, Überhitzung, Unterkühlung, Austrocknung, Krankheitserregern und Strahlung und hat wichtige Aufgaben im Stoffwechsel und Immunsystem. Außerdem leitet sie Reize weiter, die für unser Überleben wichtig sind, unter anderem Schmerzen, Druck und Temperatur.
Unsere Haut ist auch das, was wir nach außen zeigen. Sie soll jung und gesund aussehen und sie wird oft künstlich verziert durch Kosmetik oder Tätowierungen. Es liegt nahe, dass ein so großes Organ mit so vielfältigen Funktionen, die mit anderen Körperfunktionen interagieren, schnell Alarm schlägt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. So reagiert die Haut in vielen Fällen, wenn der Körper allergisch auf eine Substanz ist, mit Rötungen, Juckreiz und anderen Symptomen.

Ursachen

Unter allergischer Haut werden generell Hautreaktionen verstanden, die das Resultat einer Immunreaktion des Körpers auf unterschiedlichste Allergene sind. Allergische Haut ist also das Symptom einer Allergie. Auslöser können fast alle Substanzen sein, die Allergien auslösen. In den meisten Fällen sind es körperfremde Eiweiße, die das Immunsystem fälschlicherweise als gefährlich einstuft und bekämpft (zum Beispiel Tierhaare, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel).
Außerdem spielen auch Kontaktallergene eine große Rolle. Dazu gehören Metalle, Duftstoffe, Farbstoffe, bestimmte Chemikalien und Arzneimittel, die zu Hautreaktionen führen. Viele Kontaktallergene sind in Kosmetika, Pflegeprodukten, Parfums, Haarfärbemitteln, Waschpulvern, Farbstoffen, Textilien oder Reinigungsmitteln enthalten. Kontaktallergene sind häufig auch Berufsallergene. Darunter werden Substanzen und Stoffe verstanden, denen Menschen an ihrem Arbeitsplatz regelmäßig und in hoher Konzentration ausgesetzt sind und auf die sie allergisch reagieren.
Typisch sind zum Beispiel Chrom oder Nickel als Allergene in der Chemieindustrie und der Metall verarbeitenden Industrie, Gummi und Latex bei Ärzten und Krankenschwestern, Getreide bei Landwirten. Auch Strahlung kann eine allergische Hautreaktion hervorrufen (Sonnenallergie). Ist die Haut aus irgendeinem Grunde geschwächt, ist sie umso empfindlicher für allergische Reaktionen. Die Zahl der Menschen, die unter allergischer Haut leiden, steigt. Und wer mit den Symptomen zu kämpfen hat, fühlt sich meistens in seinem Leben entscheidend beeinträchtigt, nicht nur, weil die Beschwerden unangenehm sind, sondern weil sie auch als unästhetisch gelten. Darum sollten Menschen, die unter einer Allergie leiden, ihre Haut besonders schonen, pflegen und schützen.

Diagnose zu Allergische Haut

Mit einem Allergietest kann festgestellt werden, ob die Hautreaktionen auf eine Allergie zurückzuführen sind. Üblich ist zunächst ein Hauttest.

Dabei gibt es verschiedene Varianten:
  • Prick-Test: Kleine Tropfen mit verschiedenen Allergenlösungen werden auf die Haut gegeben, die Haut wird leicht angestochen. Nach 30 Minuten zeigt sich eine Reaktion der Haut, falls eine Allergie gegen das aufgetragene Allergen vorliegt.
  • Reibetest: Er funktioniert ähnlich wie der Prick-Test, doch die Haut wird nicht angestochen.
  • Intrakutantest: Die Allergenlösungen werden in die Haut gespritzt.
  • Epikutantest: Pflaster mit Allergenen werden auf den Rücken geklebt. Die Hautreaktion wird drei Tage lang täglich geprüft.
  • Ein Bluttest kann zusätzlich durchgeführt werden, um Antikörper nachzuweisen.

Allergietagebuch

Da insgesamt theoretisch Tausende Allergene in Betracht kommen, kann ein Allergietagebuch ebenfalls helfen, den Auslösern auf die Spur zu kommen. Dabei werden vom Allergiker täglich die Aktivitäten, die aufgesuchten Orte, Nahrungsmittel oder Medikamente sowie die Art und Dauer der Beschwerden aufgezeichnet. Dies alles wird anschließend medizinisch ausgewertet.

Symptome

Behandlung zu Allergische Haut

Mit Medikamenten werden nicht die Ursachen der Allergie bekämpft, sondern die Symptome gelindert oder unterdrückt. Es gibt lokal anzuwendende Mittel wie Salben und Gele. Tabletten, Zäpfchen und Spritzen wirken auf den ganzen Körper. Typische Medikamente sind Antihistamine und Kortisone. Antihistamine wirken gegen Histamin, den Botenstoff der allergischen Reaktion. Kortisone entsprechen einem körpereigenen Hormon, das entzündungshemmend wirkt. In bestimmten Fällen ist eine ursächliche Behandlung der Allergie über eine Hyposensibilisierung möglich. Dabei handelt es sich um eine spezifische Immuntherapie mit dem Ziel, die Ursache der Allergie zu behandeln.
Das Immunsystem soll sich langsam an das Allergen gewöhnen und schließlich keine allergische Reaktion mehr entwickeln. Das Allergen wird dafür in sehr verdünnter Konzentration unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge gegeben. Im Laufe der Behandlung wird die Konzentration langsam gesteigert, bis der Körper eine Toleranz gegen das Allergen entwickelt. Nach Abschluss der Behandlung wird der Erfolg vom Behandler getestet.

Prognose

Wenn die Art der Allergie eine Hyposensibilisierung zulässt, ist die Chance für eine ursächliche Behandlung und Heilung groß. Ansonsten gilt es, nach Möglichkeit den allergieauslösenden Stoff zu meiden und die Haut gut zu pflegen.

Selbsthilfe zu Allergische Haut

Wie bei allen anderen Allergien ist es wichtig, den allergieauslösenden Stoff nach Möglichkeit zu meiden!

Tipps:

  • Legen Sie zusätzlich besonderes Augenmerk auf eine gute Hautpflege mit sanften, dermatologisch getesteten Produkten
  • Verwenden Sie ph-neutrale Waschlotionen oder Seifen, um den Säureschutzmantel der Haut nicht anzugreifen.
  • Benutzen Sie allergiegetestete Kosmetika, Pflege- und Reinigungsmittel
  • Verwenden Sie Kosmetikartikel nur sparsam
  • Tragen Sie nickel- und chromfreien Schmuck
  • Tragen Sie Handschuhe beim Arbeiten mit Chemikalien und Reinigungsmitteln
  • Waschen Sie neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen
  • Benutzen Sie keine Kosmetika oder Parfums beim Sonnenbaden.

Daten/Fakten zu Allergische Haut

Die Zahl der Allergiker steigt in den Industrienationen kontinuierlich. 1990 war in Deutschland etwa ein Viertel der Bevölkerung von Allergien betroffen, heute leidet bereits jeder Dritte der Deutschen unter einer Allergie. Als Gründe für die Zunahme von Allergien werden unter anderem ein vermehrtes und verändertes Auftreten von Allergenen vermutet, ebenso ein geschwächtes Immunsystem durch Nahrungszusatzstoffe, durch Umweltverschmutzung, Elektrosmog und durch insgesamt bessere Hygiene.

Links zu Allergische Haut

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e. V.
Heilsbachstr. 32
53123 Bonn
Tel: 0228 - 367 910
Fax: 0228 - 367 91 90
E-Mail: info(at)dha-allergien.de
http://www.dha-allergien.de

Internetportal „Aktionsplan-Allergien“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
http://www.aktionsplan-allergien.de
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) e. V.
Geschäftsstelle
Gertrud Hammel
Schloss 2
86482 Aystetten
Tel: 0821 - 486 878 64
Fax: 0821 - 486 878 63
E-Mail: info@dgaki.de
http://dgaki.de

DGPA - Deutsche Gesellschaft für Psycho-Allergologie e. V.
Im Heegholz 41
63517 Rodenbach
Teln: 06184 - 990 385
Fax: 06184 - 990 386
E-Mail: info[at]psycho-allergologie.de
http://www.psycho-allergologie.de

pina e. V. - eine Initiative für ein Leben ohne Allergien und Asthma
Kinderumwelt GmbH
Allergologische Abteilung
Westerbreite 7
49084 Osnabrück
http://www.pina-infoline.de/
Autor: Volkner, Angela04.03.2016

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: