Allergie bei Hausstaubmilben

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Wissen zu Allergie bei Hausstaubmilben

Hausstaubmilben sind kleine Spinnentiere, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Sie leben im Hausstaub und ernähren sich von abgestorbenen Hautschuppen. Da der Mensch jeden Tag zwischen 1 Gramm und 15 Gramm Schuppen verliert, sind unsere Wohnungen für sie ein wahres Schlaraffenland. Hausstaubmilben leben nur zwei bis vier Monate lang, in der Zeit legen die Weibchen aber bis zu 300 Eier – und jede Milbe gibt das 200fache ihres Körpergewichtes an Kot ab.
Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben reagiert der Allergiker nicht auf die Milben selbst, sondern auf den Kot der Tiere – und der befindet sich im Staub. Unweigerlich ist in jeder Wohnung Staub. Er besteht aus einem Gemisch aus Textilfasern, Ruß, Straßenschmutz, Schimmelpilzen, Menschen- und Tierhaaren, Hautschuppen, Pollen, Nahrungsresten und eben Hausstaubmilben und deren Kot. Die Milben fühlen sich besonders bei Temperaturen zwischen 20 °C und 30 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 75 bis 80 Prozent wohl. Sie meiden das Licht und leben darum vor allem versteckt in Betten, Polstern und Teppichen. Mit ihren kleinen Haftfüßen klammern sie sich an die Fasern und sind darum auch nicht einfach mit dem Staubsauger zu entfernen.
In einem Gramm Staub können Tausende Milben leben. Eigentlich sind die Milben harmlos und meiden den Kontakt zum menschlichen Körper. Doch etwa 10 Millionen Deutsche reagieren mit einer Allergie auf die Exkremente der Milben. Die Luft, die wir atmen, enthält immer auch Staub, in dem sich pulverisierter Kot der Milben befindet. Wer allergisch auf diesen Kot reagiert, entwickelt die typischen Symptome. Besonders intensiv ist die Konzentration im Bett, da hier der ideale Lebensraum für Milben herrscht.
Darum leiden Hausstaubmilben-Allergiker besonders nachts und morgens unter Naselaufen, Atemnot, tränenden Augen oder Juckreiz. Während der Heizperioden leiden Allergiker besonders, da durch die trockene Luft viele Milben sterben und zerfallen. Die Allergene wirbeln vor allem im Schlafzimmer durch die Luft. Bei jedem Umdrehen im Bett dringen sie in die Nase und Lunge ein und machen das Atmen schwer.

Diagnose zu Allergie bei Hausstaubmilben

Bei Verdacht auf eine Allergie gegen Hausstaubmilben sollte in jedem Fall medizinische Hilfe aufgesucht werden, um chronische Spätfolgen zu vermeiden. Üblich ist ein Hauttest. Dabei wird vor allem der Prick-Test angewendet: Kleine Tropfen mit verschiedenen Allergenlösungen werden auf die Haut gegeben, die Haut wird leicht angestochen. Nach 30 Minuten zeigt sich eine Reaktion der Haut, falls eine Allergie gegen das aufgetragene Allergen vorliegt. Ein Bluttest kann zum Nachweis der Antikörper durchgeführt werden.

Symptome

Die Symptome der Allergie treten vor allem nachts und morgens auf, sowie beim Bettenmachen:
  • verstopfte Nase durch Anschwellen der Schleimhäute
  • gerötete und juckende Augen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Atemnot

Möglich sind auch:
  • Dauerschnupfen mit starkem Naselaufen
  • Niesattacken
  • juckender Hautausschlag.

Behandlung zu Allergie bei Hausstaubmilben

Mit Medikamenten können die Symptome gelindert werden.
Zum Einsatz kommen:
  • Antihistaminika (als Spray, in Tabletten- oder Tropfenform)
  • antiallergische Augentropfen
  • abschwellende Nasentropfen (für maximal zehn Tage)
  • Cortison (als Spray oder Tabletten)
  • Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure)
  • Beta-Sympathomimetika.
In schweren Fällen kann zur Behandlung eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um eine spezifische Immuntherapie mit dem Ziel, die Ursache der Allergie zu behandeln. Das Immunsystem soll sich langsam an das Allergen gewöhnen und schließlich keine allergische Reaktion mehr entwickeln.
Das Allergen wird dafür in sehr verdünnter Konzentration unter die Haut gespritzt. Im Laufe der Behandlung wird die Konzentration langsam gesteigert, bis der Körper eine Toleranz gegen das Allergen entwickelt. Nach Abschluss der Behandlung wird der Erfolg vom Arzt getestet. Allerdings dauert die Hypersensibilisierung drei bis fünf Jahre und während der gesamten Zeit dürfen keine antiallergischen Medikamente eingenommen werden.

Prognose

Wird eine Hausstaubmilben-Allergie nicht behandelt, besteht die Gefahr, an chronischem Asthma zu erkranken. Eine Hyposensibilisierung führt bei etwa 70 % der Hausstaubmilben-Allergiker zum Erfolg. Bei Kindern ist die Erfolgsquote noch höher.

Selbsthilfe zu Allergie bei Hausstaubmilben

Tipps

  • Keine Teppichböden in der Wohnung, vor allem nicht im Schlafzimmer.
  • Schlafzimmer trocken und kühl halten
  • Matratze und Bettzeug regelmäßig lüften
  • Matratze regelmäßig wenden
  • Matratzen, die älter als acht Jahre sind, austauschen
  • Kopfkissen und Bettdecke alle vier Wochen waschen
  • Matratzen in spezielle waschbare und milbendichte Überzüge einhüllen (Encasing)
  • Nicht vor dem Schlafengehen duschen, baden oder Haare waschen (sonst entsteht feuchtes Milieu im Bett)
  • Schlafanzüge tragen und regelmäßig bei mindestens 60 °C waschen, um Hautschuppen auf der Matratze zu minimieren
  • Keine Raumbefeuchter benutzen
  • Nicht im Schlafzimmer entkleiden
  • Stofftiere von Kindern regelmäßig bei 60 °C waschen, reinigen lassen oder mehrere Tage einfrieren
  • Als Urlaubsgebiete Regionen über 1200 Meter Höhe aufsuchen – hier können Milben nicht überleben.

Daten/Fakten zu Allergie bei Hausstaubmilben

In Deutschland leiden circa zehn Millionen Menschen unter einer Hausstaubmilben-Allergie. Besonders betroffen ist die Altersgruppe zwischen 18 und 40 Jahren.

Links zu Allergie bei Hausstaubmilben

Allergie-Dokumentations- und Informationszentrum (ADIZ)
Burgstraße 12
33175 Bad Lippspringe
Tel: 05252 - 954 500
http://www.adiz.de

Beratungsstelle für Allergiker und Asthmatiker
Lacomletstraße 9
40239 Düsseldorf
Tel: 0211 - 622 598

Allergie- und umweltkrankes Kind e. V.
Bundesverband
Westerholter Str. 142
45892 Gelsenkirchen
Tel: 0209 - 305 30

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e. V.
Gotenstraße 164
53175 Bonn
Tel: 0221 - 367 910
Fax: 0228 - 367 91 90
Email: DHA-DSL@t-online.de
Informationsbroschüren können telefonisch unter obiger Nummer bestellt werden.

pina - Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma e. V.
Geschäftsstelle
Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie/lmmunologie
Charité - Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Tel: 030 - 450 566 843
Fax: 030 - 450 566 943
http://www.pina-infoline.de
Auf der Website des "Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma" (kurz pina) finden speziell Eltern und Betroffene umfassende Informationen zur Prävention von Allergien und Asthma, hilfreiche Tipps, ein Online-Buch, eine Infomappe zum Umgang mit Allergien und Asthma in der Schule und zahlreiche Kontaktadressen.

http://www.allum.de
Die Kinderumwelt GmbH in Osnabrück hat im Auftrag der Spitzenverbände der Krankenkassen ein auf den Informationsbedarf der Bevölkerung zugeschnittenes Internetportal zu "Allergien, Umwelt und Gesundheit" erarbeitet. Zahlreiche gut verständliche Informationen zu allen möglichen Fragen aus den Bereichen der Allergie und umweltbelastender Stoffe finden Sie hier übersichtlich dargestellt.

Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB)
Fliethstr. 114
41061 Mönchengladbach
Mail: info@daab.de
Hotline für Ratsuchende Di. - Do.  9.30 - 12.30 Uhr: Tel: 01805 - 052 121
(0,14 €/ Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk kann abweichen)
http://www.daab.de
Autor: Volkner, Angela04.03.2016

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