Alkohol und Potenz

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Wissen zu Alkohol und Potenz

Ab und an ein Gläschen Wein schadet der Potenz ebenso wenig wie ein gepflegtes Bier in geselliger Runde. Etwas Alkohol steigert die Flirtbereitschaft beim Kennenlernen, baut Hemmungen ab und lässt das Lustempfinden steigen. Auch Männer, die sonst nur schwer ihre Gefühle zeigen können, werden durch Alkohol lockerer, die Hemmschwelle sinkt und ihr Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität nimmt zu.
Doch übermäßiger Alkoholkonsum kann schnell zu Potenzschwierigkeiten führen. Wer ausnahmsweise einmal über die Stränge schlägt, wird nur vorübergehende Erektionsprobleme bemerken. Doch ist die männliche Potenz ein recht sensibles Zusammenspiel vieler Faktoren und reagiert besonders auf höhere Mengen Alkohol. Ab einem Promille soll die Erektionsfähigkeit fast ganz aufgehoben sein, weil das Gehirn die stimulativen Reize nicht ausreichend verarbeiten und weiterleiten kann. Bei Alkoholkranken mit einem dauerhaft erhöhten Alkoholpegel kann dagegen das zentrale und periphäre Nervensystem geschädigt werden, sodass auf Dauer gar keine Impulse mehr an den Penis ausgesendet werden. Es kann zu einer dauerhaften Potenzstörung kommen.

Diagnose zu Alkohol und Potenz

Zusammenhang zwischen Alkohol und Potenz erkennen

Der Zusammenhang zwischen Potenzproblemen und überhöhtem Alkoholkonsum muss bewusst werden, um Lösungen erfolgreich anzugehen. Häufig unterschätzen Betroffene die Menge an Alkohol, die sie zu sich nehmen und bagatellisieren ihren Alkoholkonsum. Da Alkohol zu den gesellschaftlich tolerierten Drogen zählt, sind Betroffene auch nicht immer gleich einsichtig, sondern fühlen sich schnell missverstanden.
Der Behandler sollte daher bei der Anamnese vorsichtig vorgehen und möglichst die Ehefrau mit einbeziehen. Dabei ist zu klären, ob es sich bereits um eine fortdauernde Potenzstörung (Erektile Dysfunktion) handelt oder ob diese nur zeitweise in Verbindung mit erhöhtem Alkoholkonsum vorkommt. Ein Blutbild hilft, den Hormonstatus zu bestimmen und andere Erkrankungen auszuschließen.

Behandlung zu Alkohol und Potenz

Das Trinkverhalten verändern

Viele Betroffene können das Potenzproblem bereits selbst lösen, wenn sie vor dem Sex den Alkohol weglassen oder reduzieren. Anderen hilft ein gesünderer Lebensstil sowie die zeitweilige Einnahme von potenzsteigernden Mitteln.
Bei der Einnahme sogenannter Phosphodiesterasehemmer kann es zu ungewünschten Nebenwirkungen kommen. Ärztlicher Rat ist trotz des brisanten Themas empfehlenswert. Zusätzlich kann eine Paarberatung gegenseitiges Verständnis schaffen und mehr Entspannung in die Partnerschaft bringen.

Prognose

Je geringer die Folgeschäden durch Alkohol und je weniger Begleiterkrankungen, umso besser die Prognose. Zudem ist Bereitschaft zur Mitarbeit des Betroffenen eine wichtige Voraussetzung für den Behandlungserfolg. Die Reduzierung von Übergewicht, Zigaretten- und Alkoholkonsum verbessert die Chancen auf ein erfülltes Sexualleben erheblich.

Selbsthilfe zu Alkohol und Potenz

Alkohol nur in reduzierter Menge

Männer, die ihre Sexualität noch lange erfüllt leben wollen, sollten Alkohol nur selten und in geringe Menge zu sich nehmen. Ausdauersport und eine vitaminreiche Ernährung halten körperlich fit und eine gute Partnerschaft hilft dabei, psychisch gesund zu bleiben.

Daten/Fakten zu Alkohol und Potenz

Als Orientierungshilfe gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei Männern einen Richtwert von bis zu 20 Gramm Alkohol pro Tag an. Ein halber Liter Bier oder ein Glas Wein pro Tag gelten demnach etwa als verträglich, doch sollten auch diese Mengen keinesfalls täglich konsumiert werden. Bei Frauen liegt das Maß weit darunter.

Links zu Alkohol und Potenz

Alkohol und Sex verstehen sich nicht wirklich
Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
http://www.bist-du-staerker-als-alkohol.de/fileadmin/images/pdf/NaToll_Alkohol_und_Sex.pdf

Alkoholismus: Krankheitsbild, Diagnose, Folgen, Therapien
http://www.alkoholismus-hilfe.de


Alles über Alkoholiker – für Betroffene und Angehörige
http://www.alkoholratgeber.de
Autor: Huth, Dörthe25.02.2016

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