Sportbrillen

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Methode zu Sportbrillen

Sportbrillen: Schutz und Korrektion

Eine Brille ist kein Hindernis beim Sport. Ganz im Gegenteil: Auch Menschen, die im täglichen Leben keine Sehhilfe benötigen, greifen beim Sport zur Brille. Allerdings nicht zu einer, wie sie im Alltag getragen wird. Sie könnte bei ruckartigen Bewegungen leicht von der Nase fallen und zerbrechen. Auch Glasform und Fassungsmaterial sind meist nicht sporttauglich. Eine Brille, die beim Sport zum Einsatz kommt, muss je nach Sportart verschiedenen Ansprüchen gerecht werden.

Blend- und UV-Schutz

Bei sportlichen Aktivitäten im Freien müssen die Augen vor Blendung und UV-Strahlung der Sonne geschützt werden. Gerade bei wechselnden Lichtverhältnissen eignen sich dafür Brillen mit Wechselscheiben in verschiedenen Tönungen. Gelb- oder Orange verstärken Kontraste und sind beispielsweise für Mountainbiker gut geeignet. Bei greller Sonne entscheiden sich diese aber vielleicht lieber für dunklere graue oder braune Scheiben, um einen ausreichenden Blendschutz zu haben. Bei manchen Sportarten - etwa beim Wassersport - können polarisierende Gläser das Sehen erheblich verbessern, da sie Reflexionen von spiegelnden Oberflächen zusätzlich filtern.

Schutz vor Wind, Staub und Insekten

Um die Augen vor aufgewirbeltem Schmutz oder herumfliegenden Steinchen und Insekten zu schützen, haben Sportbrillen vergleichsweise große und gebogene Gläser, die auch an den Seiten um die Augen herum reichen und dicht am Kopf anliegen. So schützen sie gleichzeitig vor seitlich einfallender UV-Strahlung.

Schutz vor Verletzungen

Bei Mannschafts- oder Ballsportarten dient eine Sportbrille auch dem Schutz vor Verletzungen durch Gegner oder Ballkontakt. Dazu müssen sowohl die Fassung, vor allem aber die Gläser bruchfest sein. Sportbrillengläser sind daher aus dem Kunsstoff Polycarbonat gefertigt, dessen Widerstandsfähigkeit immer wieder bei Tests bestätigt wurde. Selbst heftigen Zusammenstößen halten diese Gläser stand.

Sitz und Passform müssen stimmen

Um die Augen ausreichend zu schützen, darf die Brille beim Neigen des Kopfes aber auch bei abrupten Bewegungen nicht von der Nase fallen. Dies gewährleisten flexible Brillenbügel, die hinter das Ohr reichen, oder ein elastisches Kopfband. Auch wenn der Schweiß in Strömen das Gesicht herunterrinnt, darf die Brille nicht ins Schlingern kommen. Dafür sorgen spezielle Gummibeschichtungen an den Bügelenden und am Nasensteg. Gegen das Beschlagen der Gläser bei schweißtreibenden Aktivitäten oder hoher Luftfeuchtigkeit helfen spezielle "Anti-Fog"-Beschichtungen oder Ventilationssysteme in der Nasenbrücke.
Nicht zuletzt sollte das Sichtfeld ausreichend groß sein, um Hindernisse oder Gegner stets im Blick zu haben. Sporttaugliche Brillen haben daher meist schmale Brillenränder und kleine Nasenaufsätze. Wer einen Sport betreibt, bei dem ein Helm getragen wird, sollte diesen zur Sportbrillenanpassung mitnehmen, um sicherzugehen, dass die Brille gut unter den Helm passt.

Sportbrillen für Fehlsichtige

Sportbrillen in den verschiedenen Variationen gibt es sowohl mit Einstärken- als auch mit Gleitsichtgläsern. Bis zu einer Stärke von maximal +4,0 bis -4,0 Dioptrien können Sportbrillengläser problemlos mit einer Korrektion versehen werden. Die Anfertigung ist Präzisionsarbeit und erfordert die genaue Vermessung der Augen durch einen Sportoptiker. Für Sportler, deren Sehstärke sich oft ändert oder die gern Wechselscheiben tragen, eignet sich eventuell ein Korrektionsclip, der einfach hinter die Schutzgläser der Sportbrille geklemmt wird. Ändert sich die Sehleistung, wird lediglich der Clip ausgetauscht.

Alternativen zu Sportbrillen

Kontaktlinsen: Kopf frei, Sport frei

Tageskontaktlinsen sind eine gute Lösung für Fehlsichtige, die im Alltag Brille tragen und lediglich beim Sport darauf verzichten wollen. Sie bedürfen keiner langen Eingewöhnungszeit. Auch die Pflege entfällt, da sie nach dem Tragen einfach entsorgt werden.
Dennoch sollten auch Tageskontaktlinsen nur nach vorheriger Rücksprache mit einem Augenarzt oder Augenoptiker getragen werden, um eventuelle medizinische Faktoren, die gegen Kontaktlinsen sprechen, auszuschließen. Auch gibt es Sportarten, für die "einfache" Tageslinsen nicht geeignet sind und für die eventuell hochsauerstoffdurchlässige oder größere Linsen individuell angepasst werden müssen. Auch dies kann nur eine Fachperson entscheiden.

Kosten zu Sportbrillen

Sportbrillen mit geschliffenen Korrektionsgläsern oder entsprechendem Clip sind Individualanfertigungen. Im Preis sind also sowohl die genaue Erfassung der optischen Daten enthalten, als auch die Auswahl einer speziell auf die Sportart des Trägers abgestimmten Fassung, die so sitzt, dass sie ihn optimal vor Umwelteinwirkungen und Verletzungen schützt. Um eine solche Anpassung vornehmen zu können, bedarf es einer speziellen Aus- und Weiterbildung des Augenoptikers im Bereich Sportoptik. Wie bei Alltagsbrillen auch, kalkulieren Sportoptiker ihre Preise selbst. Dementsprechend können die Preise variieren. Ein Basismodell einer Sportbrille, die mit individuellen Brillengläsern ausgestattet werden kann, kostet um die 100.- Euro. Die Kosten für die Gläser - je nach Art der Fehlsichtigkeit ab etwa 120.- Euro - kommen noch dazu.

Daten/Fakten zu Sportbrillen

Viele Sportler noch ohne ausreichende Korrektion

  • Von den 18 Millionen Sport treibenden Deutschen mit Brille oder Kontaktlinsen tragen nur 2,4 Millionen eine optische Sportbrille.
  • Von den rund 3,4 Millionen Kontaktlinsenträgern wechseln 1,5 Millionen zwischen Brille und Linsen. Bei 61 Prozent dieser "Gelegenheitsträger" kommen die Linsen in erster Linie beim Sport zum Einsatz.
  • Studien haben zudem gezeigt, dass jeder dritte Freizeitsportler und sogar jeder fünfte Leistungssportler fehlsichtig auf Pisten, Bahnen und Spielfeldern unterwegs ist.

Links zu Sportbrillen

Ruhr Universität Bochum, Fachbereich Sportmedizin:
http://www.sehenimsport.de/cms/front_content.php
Autor: Thiede, Katja21.09.2015

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