Lesegläser

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Methode zu Lesegläser

Handgehaltene Leselupen und Lesegläser

Leselupen und Lesegläser erzeugen vergrößerte Bilder, die etwa das Lesen von Zeitungsartikeln oder Kleingedrucktem auf Verpackungen erleichtern. Wie stark die Vergrößerung ist, hängt zum einen von der Stärke der Linse ab, zum anderen von den Nutzungsbedingungen.
Lesegläser haben eine geringe Vergrößerung bis etwa auf das 2-fache. Die Entfernung zum Auge ist vergleichsweise groß, sodass sie meist beidäugig benutzt werden.
Lupen dagegen werden recht nah am Gesicht gehalten und sind eher für den Gebrauch mit nur einem Auge gedacht. Sie schaffen Vergrößerungen bis auf das 10-fache. Generell gilt: Je stärker die Vergrößerung, desto kleiner ist das Sehfeld, also der Bereich, der deutlich und groß erkennbar ist.
Beide Hilfsmittel eignen sich vor allem für den kurzzeitigen Gebrauch, wie für das Lesen eines Zeitungsartikels oder von Kontoauszügen. Sie sind nicht für Sehbehinderte geeignet, die unter motorischen Einschränkungen, wie beispielsweise starkem Zittern, leiden.

Merkmale einer guten Leselupe oder eines guten Leseglases

  • Keine Verzerrungen in den Randbereichen
  • Großer Durchmesser
  • Leichtes Gewicht
  • Hartschicht zum Schutz vor Kratzern
  • Entspiegelung und integrierte Beleuchtung.

Aufsetzlupen

Aufsetzlupen werden auf das zu lesende Dokument aufgesetzt. Dabei erzeugen sie ein vergrößertes Bild. Wie stark die Vergrößerung ist, hängt sowohl von der Stärke der Linse ab als auch davon, wie groß der Abstand zum Auge ist. Schwache Aufsetzlupen werden in großem Abstand zum Auge und meist beidäugig verwendet. Stärkere Lupen werden vorwiegend einäugig und nah am Auge genutzt.
Aufsetzlupen vergrößern in einem Bereich von etwa 1,5-fach bis 15-fach. Je stärker die Vergrößerung ausfällt, umso kleiner ist das Sichtfeld, also der Bereich, der deutlich gesehen werden kann. Da sie recht starke Vergrößerungen ermöglichen, können sie auch für Menschen mit gravierender Sehbehinderung das richtige Hilfsmittel sein.
Die meisten Aufsetzlupen haben eine integrierte Beleuchtung. Je nachdem, ob sie mit Halogenglühlampen oder energiesparenden LEDs ausgestattet sind, verfügen sie über einen Netzanschluss oder können mit Batterien betrieben werden. Sie sind dabei so konstruiert, dass kaum Licht verloren geht und eine größere Helligkeit erreicht werden kann als mit einer beleuchteten Handlupe. Das macht das fließende Lesen leichter und kann auch die notwendige Vergrößerung reduzieren. Ein großer Vorteil von Aufsetzlupen ist, dass der Abstand zum Schriftstück stets gleich bleibt. Auch für Menschen, die unter zitternden Händen oder anderen koordinativen Einschränkungen leiden, eignen sie sich besser als Handlupen.

Tipps für die Auswahl

  • Einfache Varianten haben sphärische Oberflächen - hier kann es passieren, dass die Bildqualität an den Rändern des Leseglases abnimmt.
  • Bei Zweilinsensystemen und asphärischen Oberflächen gibt es dagegen keine oder kaum Verzerrungen und Unschärfen im Randbereich.
  • Mit einer speziellen Hartschicht kann das Glas der Lupe vor Kratzern geschützt werden.
  • Die Beleuchtung sollte angenehm sein, das heißt gleichmäßig und blendfrei.
  • Es sollte nur die tatsächlich notwendige Vergrößerung gewählt werden.
Wer eine Aufsetzlupe nutzt, muss meist auch eine Lesebrille als Ergänzung tragen. Denn das Bild, das die Lupe erzeugt, befindet sich im Nahbereich und die Entfernung zum Auge ist bei gesunder Körperhaltung konstant. Bei der Anpassung überprüft der spezialisierte Augenoptiker, ob Lesebrille und Lupe gut zusammenspielen. Wenn nötig, kann eine separate Brille angefertigt werden, die in Kombination mit der Lupe genutzt wird.

Lesesteine

Lesesteine werden, genau wie Aufsetzlupen, direkt auf das Schriftstück gesetzt. Dabei sammeln sie das Licht aus der Umgebung und sorgen so selbst für Beleuchtung. Je nach Nutzungsabstand kann ein Lesestein eine Vergrößerung von 2-fach bis 8-fach erreichen. Wie groß der dabei gesehene Bildausschnitt ist, hängt von der Größe des Steins ab: je größer dieser ist, desto größer das Sehfeld.

Tipps für die Auswahl

  • Linsen aus Glas sind widerstandsfähiger gegen Kratzer, allerdings auch schwerer als Kunststofflinsen.
  • Für den Einsatz unterwegs eignen sich leichte Kunststofflinsen besser.
  • Es gibt auch Lesesteine mit integrierter Beleuchtung.
  • Gute Produkte verhindern, dass die Aufsetzfläche verkratzt wird, indem sie über Abstandsfüßchen verfügen.
  • Lesesteine können mit jeder Lesebrille verwendet werden.

Alternativen zu Lesegläser

Lupenbrillen für längeres Lesen zu Hause und unterwegs

Lesegläser und Leselupen sind vor allem für den kurzen Gebrauch praktisch. Für ausgiebigeres Lesen eignen sich dagegen Lupenbrillen besser. Das Gleiche gilt fürs Schreiben oder für Arbeiten, bei denen beide Hände frei sein müssen. Auch das Sehfeld ist bei Lupenbrillen größer als bei Hand- oder Aufsetzlupen. So ist es mit ihnen einfacher, beim Lesen den Überblick zu behalten und nicht in der Zeile zu verrutschen. Für unterwegs, etwa beim Einkauf oder im Restaurant, sind sie ebenfalls sehr gut geeignet, da sie im Gegensatz zu Lesegläsern nicht auffallen und zudem relativ leicht sind.

Kosten zu Lesegläser

Die Kosten für eine Lupenbrille können von den Gesetzlichen Krankenkassen ganz oder teilweise übernommen werden, wenn eine entsprechende Verordnung vom Augenarzt vorliegt. Private Krankenkassen haben oft Verträge mit bestimmten Herstellern. Hier gilt es, im Einzelnen nachzufragen.

Links zu Lesegläser

AMD Netz NRW e.V. - Hilfe bei Makuladegeneration
http://amd-netz.de/core/home


Wissenschaftliche Vereinigung für Augenoptik und Optometrie (WVAO)
http://www.wvao.de


Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)
http://www.augeninfo.de/patinfo/vergroes.pdf
Autor: Thiede, Katja21.09.2015

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