Kontaktlinsen

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Methode zu Kontaktlinsen

1. Kontaktlinsen: Schwimmer im Tränensee
Wer seine Sehhilfe nicht ständig auf der Nase tragen möchte, kann sie sich auch direkt aufs Auge setzen. Kontaktlinsen sind die unsichtbare Alternative zur Brille. Die Vorteile: Sie beschlagen nicht bei Temperaturwechsel, verrutschen oder zerbrechen nicht und schränken das Gesichtsfeld nicht ein. Und auch das Aussehen ihres Trägers bleibt mit Kontaktlinsen unverändert.

2. Manchmal der Brille überlegen
Mit Kontaktlinsen lassen sich fast alle Arten von Fehlsichtigkeit ideal korrigieren - auch solche, die durch Unregelmäßigkeiten der Hornhaut verursacht werden. Besonders geeignet sind sie beispielsweise, wenn jemand durch das eine Auge deutlich schlechter sieht als durch das andere. Auch bei bestimmten Formen der Hornhautverkrümmung, z.B. bei Stabsichtigkeit (Astigmatismus) oder dem Hornhautkegel (Keratokonus), sind Kontaktlinsen der Brille oft überlegen. Zylindrisch geschliffene Brillengläser führen vor allem im Erwachsenenalter häufig zu Kopfschmerzen, bei Kontaktlinsen ist dies weniger der Fall.

Kontaktlinsen sitzend direkt auf der Hornhaut des Auges. Dort schwimmen sie auf dem Tränenfilm und werden von Anziehungskräften festgehalten. Daher wurden sie früher auch als "Haftschalen" bezeichnet. Kontaktlinse, Tränenfilm und Hornhaut bilden gemeinsam ein optisches System. Im Gegensatz zur Brille werden die einzelnen Elemente nicht durch eine Luftschicht getrennt. Dies ist auch der Grund, warum sich manche Formen von Fehlsichtigkeit besser mit ihnen ausgleichen lassen als mit der Brille. Der Sehbereich ist mit Kontaktlinsen größer und es treten weitaus weniger Verzerrungen an den Rändern des Sichtfeldes auf.

3. Mehr als "nur" eine Sehhilfe
Neben der Korrektion von Fehlsichtigkeit werden Kontaktlinsen auch für medizinische Zwecke eingesetzt. So besteht die Möglichkeit, nach einer Operation eine "Verbandlinse" zu tragen, die die Hornhaut des Auges vor dem Lidschlag schützt. Darüber hinaus können Kontaktlinsen Flüssigkeiten speichern. Dies ermöglicht, dem Körper über einen bestimmten Zeitraum Medikamente durch die Linse zuzuführen, etwa bei Augenerkrankungen. Und auch bei Pigmentstörungen wie Albinismus, bei der die Augen der Betroffenen Rot erscheinen, weil der Regenbogenhaut Farbstoffe fehlen, sind Kontaktlinsen hilfreich.

4. Die verschiedenen Kontaktlinsenarten
Unterschieden werden drei Arten von Kontaktlinsen: formstabile ("harte"), weiche und Silikonhydrogellinsen.

  • Formstabile Kontaktlinsen sind relativ klein und schwimmen vergleichsweise locker auf dem Tränenfilm. Dies hat den Vorteil, dass die Linsen ständig mit frischer Tränenflüssigkeit unterspült werden. Das Auge wird so permanent mit Feuchtigkeit und Sauerstoff versorgt. Gerade für diejenigen, die ihre Kontaktlinsen täglich tragen, und das über viele Jahre, sind formstabile Kontaktlinsen oft die gesündere Variante. Auch Menschen, die unter trockenen Augen leiden, vertragen diese Linsenart mitunter besser. Kleiner Nachteil: Formstabile Linsen werden während der Eingewöhnungsphase oft als Fremdkörper empfunden. Das Gefühl vergeht aber in den meisten Fällen, wenn man sie regelmäßig trägt. Ihre Nutzungsdauer liegt bei etwa eineinhalb Jahren, bei guter Pflege können es auch zwei sein. Manche Fehlsichtigkeit lässt sich ausschließlich oder zumindest genauer mit formstabilen Linsen korrigieren als mit anderen Kontaktlinsenarten. Dies betrifft zum Beispiel Hornhautverkrümmungen oder -verformungen.

  • Weiche Kontaktlinsen bestehen aus flexiblem Kunststoff und passen sich der Hornhautoberfläche bestens an. Die "Spontanverträglichkeit" ist daher sehr gut, ein Fremdkörpergefühl nahezu ausgeschlossen. Weiche Linsen sind etwas größer im Durchmesser als formstabile. Dadurch und durch die gleichmäßige Auflagefläche sitzen sie vergleichsweise fest auf dem Auge und können so gut wie nicht verrutschen oder aus dem Auge fallen. Da diese Linsen nicht so gut mit Tränenflüssigkeit unterspült werden wie formstabile, kann es passieren, dass sich die Augen nach längerem Tragen trocken anfühlen. Auch gibt es einige Formen von Fehlsichtigkeit, die mit weichen Linsen nicht korrigiert werden können. Weichlinsen gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich auch in der Nutzungsdauer unterscheiden. Tageslinsen sind für den einmaligen Gebrauch ausgelegt, Monatslinsen können 30 Tage lang wiederverwendet werden, müssen aber entsprechend desinfiziert und gepflegt werden. Dasselbe gilt für Zwei-Wochen- und Jahreslinsen. Silikonhydrogellinsen ähneln Weichlinsen in Größe und Spontanverträglichkeit. Sie bestehen aus einem flexiblen Kunststoff, der allerdings weniger Wasser enthält, dafür aber sehr sauerstoffdurchlässig ist. Im besten Fall vereinen Silikonhydrogellinsen die Vorteile von formstabilen und weichen Kontaktlinsen in sich. Ob sie als Sehhilfe in Frage kommen, kann jedoch nur im Zuge einer individuellen Anpassung ermittelt werden.

4. Die Anpassung - Voraussetzung für gesundes Linsentragen
Für diejenigen, die sich für Kontaktlinsen interessieren, sollte die Frage, ob die Linsen aus "hartem" oder weichem Material bestehen sollen, nicht unbedingt am Anfang der Überlegungen stehen. Welches Linsenmaterial geeignet ist, ergibt sich meist erst im Laufe eines Beratungsgesprächs durch einen erfahrenen Anpasser. Dieser ermittelt anhand der medizinisch-optischen Bedingungen (zum Beispiel Hornhauttopographie, Tränenfilmzusammensetzung und Art der Sehschwäche) aber auch der individuellen Lebensgewohnheiten und Wünsche des Interessenten die passende Linsenart.

5. Alterssichtigkeit
Für alterssichtige Menschen gibt es bifokale sowie multifokale Kontaktlinsen. Bifokale Modelle (Zweistärken-Linsen) werden beim Blick nach unten (z.B. beim Lesen) auf der Hornhaut so verschoben, dass der Nahteil der Linse vor der Pupille zum Liegen kommt. Multifokale Kontaktlinsen haben weitere Stärken im Übergangsbereich. Simultane Multifokallinsen bieten dem Auge gleichzeitig die Bilder für die Ferne und die Nähe. Auch bei diesen Linsen ist eine genaue Anpassung das A und O.

6. Linsen täglich reinigen
Kontaktlinsen, außer Tageslinsen, müssen täglich gründlich gepflegt werden, damit es nicht zu Infektionen in den Augen kommt. Die Desinfektion erfolgt dabei meist über Nacht, es sei denn, es werden spezielle Dauerlinsen getragen. Das nötige Reinigungs- und Pflegezubehör wird bei der Anpassung zusammengestellt und ist auf Augen und Kontaktlinsen gleichermaßen abgestimmt.

7. Heute blau, morgen grün: Farbige Kontaktlinsen
Wer schon immer mal eine andere Augenfarbe an sich ausprobieren wollte, kann dies mit farbigen Weichlinsen tun. Je nach Farbintensität kann die eigene Augenfarbe verstärkt oder eben komplett verändert werden. Auch Motivlinsen, etwa für die berühmten "Dollarzeichen im Auge", sind erhältlich, aber nicht für den Alltagsgebrauch geeignet. Für farbige Kontaktlinsen gelten dieselben Voraussetzungen wie für durchsichtige Linsen: Anpassung und Pflege sind entscheidend für gesundes Tragen.

Alternativen zu Kontaktlinsen

Unter bestimmten Bedingungen auf Kontaktlinsen verzichten
Bei wiederkehrenden Hornhaut- und Bindehautentzündungen, Fehlstellungen der Augenlider, grundlegenden Störungen der Tränenproduktion ("Trockenes Auge") oder dauerhafter Medikamentenanwendung am Auge sind Kontaktlinsen ungeeignet. Bei erhöhtem Augeninnendruck kann das Tragen sogar riskant sein. Durch die Reibung der Linse an der Hornhautoberfläche besteht die Gefahr einer irreversiblen Verformung der Hornhaut. Betroffene sollten daher lieber zur Korrektionsbrille greifen. Je nach Art der Fehlsichtigkeit kann das ein Einstärken-, Bifokal- oder Gleitsichtmodell sein.

In manchen Fällen sind Kontaktlinsen zwar nicht gänzlich verboten, sollten aber wenn dann nur gelegentlich, also im Wechsel oder auch in Kombination mit einer Brille getragen werden. Dies betrifft
  • Diabetiker, deren Blutzuckerspiegel stark schwankt, da winzige Hornhautverletzungen mitunter nur verzögert heilen,
  • Menschen, die sich viel in Umgebungen aufhalten, in denen Staub und / oder Chemikalien die Luft belasten, da diese sich in den Linsen einlagern und die Augen reizen können.

Kosten zu Kontaktlinsen

1. Kosten
Kontaktlinsen haben direkten Kontakt mit den Augen. Umso wichtiger ist es, dass Material, Größe und Form optimal auf die empfindlichen Sinnesorgane abgestimmt sind. Hierfür bedarf es eines intensiven Beratungsgesprächs mit einem erfahrenen Anpasser. Dieser entscheidet anhand einer ganzen Reihe von medizinischen und optischen Faktoren, aber auch in Bezug auf die Tragewünsche des zukünftigen Nutzers, welche Kombination aus Kontaktlinsen und Pflegemittel die optimale ist. Wie komplex sich die Anpassung gestaltet, ist unterschiedlich. Mitunter werden mehrere Testläufe mit verschiedenen Kontaktlinsen durchlaufen, die sich über mehrere Wochen erstrecken, wobei der Anpasser nach jeder Woche den Sitz der Linse sowie Seh- und Tragegefühl überprüft. Am Ende steht die Entscheidung für eine Kontaktlinse, die optimales Sehen und maximalen Tragekomfort gewährleistet. Die Kosten für diese Erstanpassung liegen zwischen 100.- und 200.- Euro bei formstabilen Linsen, zwischen 50.- und 100.- Euro bei Weichlinsen. Die Unterschiede ergeben sich, weil die Anpassung von formstabilen oder Multifokallinsen weitaus aufwendiger ist als die von weichen Linsen.

Hinzu kommen Kosten für die Linsen selbst. Auch hier kommt es drauf an, welche Linsenart getragen wird. Formstabile Linsen sind in der Anschaffung zunächst teurer, werden aber auch über einen längeren Zeitraum getragen, wodurch sich ihr Preis relativiert. Der Preis für ein Paar formstabile Linsen liegt zwischen 200.- und 300.- Euro, bei Sonderanfertigungen können weitere Kosten dazukommen.
Bei Weich- und Silikonhydrogellinsen lohnt es sich zu überlegen, wie häufig man plant, sie zu tragen. Für gelegentliches Tragen (z.B. beim Sport) sind Tageslinsen meist die günstigste Lösung. Hier kostet eine Packung mit 30 Stück (einer Stärke) zwischen 15.- und 30.- Euro. Wer häufiger als zwei- bis dreimal die Woche zu Kontaktlinsen greift, wird mit Monats- oder Jahreslinsen kostensparender fahren. Der Preis für eine Packung mit sechs Monatslinsen (einer Stärke) liegt zwischen 20.- und 50.- Euro.

2. Kontaktlinsen-Abo
Manche Augenoptiker bieten einen Abonnement-Service an, bei dem Kontaktlinsenträger eine feste monatliche Gebühr bezahlen und dafür ihre Kontaktlinsen und Pflegemittel frei Haus geliefert bekommen. Die Kosten für Versicherung und Nachkontrolle sind ebenfalls in der Pauschale enthalten.

3. Keine Zuzahlung durch die Krankenkasse
Wie bei der Brille auch beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen nicht an den Kosten für Kontaktlinsen, es sei denn, es liegt eine schwere Sehbehinderung, eine Augenerkrankung oder -verletzung vor.

Daten/Fakten zu Kontaktlinsen

Die Brille hat die Nase vorn
Laut Allensbachstudie (im Auftrag des Kuratoriums Gutes Sehen) hat sich der Anteil der Kontaktlinsenträger seit 1993 fast verdoppelt. Aktuell nutzen rund 3,4 Millionen Menschen Kontaktlinsen. Zum Vergleich: Rund 40 Millionen tragen eine Brille.

Etwas mehr als die Hälfte der Linsenträger nutzt ihre Kontaktlinsen regelmäßig. Die anderen wechseln zwischen Brille und Linsen, wobei die Linsen in erster Linie zu “besonderen Anlässen” (71 Prozent) oder beim Sport (61 Prozent) getragen werden. Knapp die Hälfte kombiniert ihre Kontaktlinsen mit einer Sonnenbrille. Nur ein Fünftel derjenigen, die hin und wieder zu Kontaktlinsen greifen, tut dies am Arbeitsplatz.
Autor: Thiede, Katja13.08.2014

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